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FC Schalke 04 / Veltins Arena Gelsenkirchen
Der FC Schalke 04 hat seine Finanzverbindlichkeiten weiter reduziert. Wie angekündigt, wurden zwei landesbesicherte Darlehen vollständig vorzeitig abgelöst. Möglich wurde dies durch die Unternehmensanleihe 2025/2030 mit einem Volumen von 90 Millionen Euro. Betroffen sind ein Konsortialkredit aus dem Jahr 2018 sowie ein Corona-Darlehen aus dem Jahr 2020. Der Verein spricht von einem wichtigen Schritt zur finanziellen Stabilisierung.
Schalke 04 kündigte Ende 2025 an, vorrangig besicherte Kredite vollständig zurückzuführen. Dieses Ziel wurde noch vor dem Jahreswechsel umgesetzt. Getilgt wurden der Konsortialkredit für Infrastrukturmaßnahmen auf dem Berger Feld sowie das während der Corona-Pandemie aufgenommene Darlehen. Beide Kredite waren durch Bürgschaften des Landes Nordrhein-Westfalen abgesichert.
Berger-Feld-Kredit deutlich reduziert
Der Konsortialkredit für das Infrastrukturprojekt „Zukunftsprojekt Berger Feld“ wurde im Juli 2018 mit einem Volumen von 56 Millionen Euro abgeschlossen. Aufgrund sportlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen wurde das Projekt 2021 gestoppt. Der Kreditbetrag sank vertraglich auf 13,5 Millionen Euro. Nach zwei Teilrückzahlungen belief sich die Restschuld zuletzt auf 10,5 Millionen Euro, die nun vollständig getilgt wurde. Die Laufzeit hätte ursprünglich bis 2032 gedauert.
Das zweite Darlehen nahm der Verein im August 2020 auf. Der Multibank-Rahmenkredit über 35 Millionen Euro diente dazu, Einnahmeausfälle während der Pandemie abzufedern. Auch dieser Kredit war durch eine Landesbürgschaft abgesichert und bis März 2028 befristet. Schalke 04 tilgte in den Folgejahren rund 20 Millionen Euro. Zum Jahresende 2025 wurde der verbliebene Restbetrag von etwa 14,9 Millionen Euro zurückgezahlt.
Mehr Planungssicherheit für den Verein
Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers sieht in der Umfinanzierung einen strategischen Fortschritt. Sie betont, dass der Abbau von Verbindlichkeiten schrittweise fortgesetzt werden soll. Ziel sei es, Planungssicherheit zu erhöhen und finanzielle Handlungsspielräume zurückzugewinnen. Die erfolgreiche Anleiheplatzierung wertet der Verein als Bestätigung des eingeschlagenen Konsolidierungskurses.
Der Club dankte den beteiligten Banken sowie dem Land Nordrhein-Westfalen für die Unterstützung in wirtschaftlich schwierigen Phasen. Zugleich stellte Schalke 04 klar, dass die landesbesicherten Darlehen keine Belastung für Steuerzahler dargestellt hätten. Nach Angaben des Vereins wurden über Jahre Bürgschaftsgebühren entrichtet, sämtliche Verpflichtungen seien erfüllt worden.
Mit der Ablösung der beiden Kredite verabschiedet sich der Verein von zentralen Finanzierungsinstrumenten der vergangenen Jahre. Der weitere Kurs bleibt auf Stabilisierung und nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Investitionen sollen künftig wieder gezielter möglich sein. Der Club beschreibt diesen Prozess als langfristige Aufgabe.
