ADAC-Staubilanz: Ruhrgebiet erneut unter den Stau-Hotspots
Blick auf die Übergangskonstruktion der Talbrücke Sterbecke. Im Hintergrund finden noch Arbeiten am Geländer statt.

(c) Autobahn GmbH

Autofahrer im Ruhrgebiet standen auch 2025 besonders häufig im Stau. Die aktuelle ADAC-Staubilanz weist der Region Spitzenwerte bei Staumeldungen, -längen und -dauern zu.

Dichte Verkehrsströme, Baustellen und eine sanierungsbedürftige Infrastruktur prägen weiterhin den Autobahnverkehr im Ruhrgebiet. Laut ADAC gehörten die Autobahnen der Region auch 2025 zu den am stärksten belasteten Strecken in Nordrhein-Westfalen. Mehrere Abschnitte rangieren bundesweit an der Spitze der Staustatistik. Für 2026 rechnet der Automobilclub mit weiter zunehmendem Verkehrsaufkommen.

Besonders auffällig war erneut die A40. Mit 17.203 Staumeldungen lag sie bundesweit an der Spitze der Statistik. Die A1 verzeichnete mit insgesamt 41.613 Kilometern die größte Staulänge aller Autobahnen in Deutschland.

Der Autobahnabschnitt mit den meisten einzelnen Stauereignissen war wie schon in den beiden Vorjahren die A42 zwischen Dortmund und Kamp-Lintfort. Hier registrierte der ADAC 13.159 Meldungen. Die in Summe längsten Staus traten auf der A3 zwischen Köln und Oberhausen auf. Dort summierten sich die Staus auf 21.716 Kilometer bei einer Gesamtdauer von 12.424 Stunden.

Stauschwerpunkte im gesamten Revier

Mehrere Knotenpunkte im Ruhrgebiet zählen laut ADAC zu den 20 bundesweit besonders ausgeprägten lokalen Stauschwerpunkten. Dazu gehören unter anderem das Kreuz Dortmund/Unna bis Schwerte auf der A1, der Bereich Kreuz Kaiserberg bis Oberhausen-Lirich auf der A3 sowie der Abschnitt Bochum-Hamme bis Bochum-Zentrum auf der A40.

Auch die A43 zwischen Herne-Eickel und dem Kreuz Herne sowie die A59 zwischen Duisburg-Meiderich und dem Kreuz Duisburg waren stark belastet. Die Vielzahl der betroffenen Strecken zeigt, dass sich die Verkehrsprobleme nicht auf einzelne Städte beschränken, sondern das gesamte Ruhrgebiet betreffen.

ADAC rechnet 2026 mit weiterem Anstieg

Für das Jahr 2026 prognostiziert der ADAC in Nordrhein-Westfalen erneut ein steigendes Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen. Als Hauptursachen nennt der Club den schlechten Zustand vieler Straßen und Brücken sowie Engpässe auf der Schiene, die zusätzlichen Verkehr auf die Straße verlagern.

Im Ruhrgebiet gelten unter anderem die A1 zwischen dem Kreuz Dortmund/Unna und dem Kamener Kreuz, die A2 zwischen dem Dreieck Bottrop und dem Kreuz Recklinghausen sowie die A3 und A40 im Raum Duisburg, Essen und Oberhausen als künftige Stau-Hotspots. Hinzu kommt die A43 zwischen Recklinghausen und Bochum, wo der sechsstreifige Ausbau läuft.

Forderungen nach schnellerem Ausbau und Sanierung

Um die angespannte Verkehrslage zu entschärfen, fordert der ADAC mehr Planungssicherheit bei der Finanzierung von Sanierungen und Ausbaumaßnahmen. Zudem müssten Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Bauzeiten beim Ersatz maroder Brücken deutlich verkürzt werden.

Nach Einschätzung des Automobilclubs sind diese Schritte notwendig, um die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur im Ruhrgebiet langfristig zu sichern.