Stadtarchiv zeigt 150 Jahre Bürgerschützentradition in Bottrop
Heike Biskup (v.l.), Patrick Thelen, Ralf Schönberger, Andreas Pläsken und Christoph Freitag haben die Ausstellung zum Jubiläum der Alten Allgemeinen Bürgerschützengesellschaft zusammengestellt.

(c) Stadt Bottrop

Eine Ausstellung im August-Everding-Kulturzentrum beleuchtet die Geschichte der Alten Allgemeinen Bürgerschützengesellschaft Bottrop. Der Verein feiert 2026 sein 150-jähriges Bestehen.

Die Alte Allgemeine Bürgerschützengesellschaft Bottrop blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Anlässlich des Jubiläums zeigt das Stadtarchiv eine umfangreiche Ausstellung im August-Everding-Kulturzentrum. Unter dem Titel „Aus alter Wurzel neue Kraft“ wird die Entwicklung des Vereins dokumentiert. Historische Umbrüche, Rituale und der Wandel des Vereinslebens stehen im Mittelpunkt. Die Ausstellung ist bis zum 21. März zu sehen.

Der Ursprung der Alten Allgemeinen reicht bis in das Jahr 1876 zurück. Am 9. Juli kündigte der damalige Amtmann Gustav Ohm erstmals die Vorbereitung eines Schützenfestes an. Damit begann eine Vereinsgeschichte, die eng mit der Entwicklung Bottrops verbunden ist. Stadtarchivarin Heike Biskup spricht von einem prägenden Akteur der Stadtgeschichte.

Dokumente, Fotos und filmische Einblicke

Die Ausstellung umfasst rund 15 Informationstafeln, zahlreiche Exponate und einen Film. Grundlage sind Recherchen in historischen Zeitungen und Archiven. Ergänzt werden sie durch das umfangreiche Fotoarchiv von Ernst Günther Schweizer und seinen Töchtern. Insgesamt wurden für die Ausstellung rund 3.500 Fotografien gesichtet.

Die Ausstellung zeichnet auch schwierige Phasen nach. 1937 fand das letzte Schützenfest vor dem Verbot des Vereins durch die Nationalsozialisten statt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Bürgerschützengesellschaft neu gegründet werden. 1954 wurde wieder ein Königspaar proklamiert. Historische Fotografien und handschriftliche Dokumente vermitteln den Stellenwert von Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Rituale und gelebte Traditionen

Ein zentrales Element der Vereinsidentität ist die Mützentaufe. Die mit Bier getränkte und geformte Kappe gilt als Aufnahme in die Gemeinschaft und wird oft weitervererbt. In der Ausstellung sind zahlreiche Devotionalien zu sehen, gesammelt über Jahrzehnte von langjährigen Mitgliedern. Zeichnungen von Christoph Freitag ergänzen die Schau mit einem humorvollen Blick auf Vereinsrituale.

Aktuell zählt die Alte Allgemeine rund 650 Mitglieder in drei Kompanien. Neben den alle zwei Jahre stattfindenden Schützenfesten prägen Sportwettbewerbe, Kinderfeste und Tanzveranstaltungen das Vereinsjahr. Auch die Auswirkungen der Coronapandemie sind Thema der Ausstellung. Die verlängerte Regentschaft eines Schützenkönigs steht exemplarisch für diese Zeit.

Blick auf das Jubiläumsjahr

Mit dem 50. Schützenfest vom 5. bis 7. Juni beginnt das Jubiläumsjahr. Der Verein setzt dabei auch auf neue Impulse, um junge Menschen anzusprechen. Individuelle Akzente der Königspaare gehören ebenso dazu wie ein offenes Verständnis von Mitgliedschaft.

Die Ausstellung „Aus alter Wurzel neue Kraft“ wird am Freitag, 16. Januar, um 18 Uhr im Kammerkonzertsaal des August-Everding-Kulturzentrums eröffnet. Oberbürgermeister Matthias Buschfeld wird die Ausstellung offiziell eröffnen.