Artenschutz im Fokus: Zoo Dortmund lud zum Infoabend
Zoo Dortmund

(c) Der Zoolotse

Bei einer gut besuchten Vortragsveranstaltung diskutierten Zoovertreter und kritische Stimmen intensiv über den Erhalt bedrohter Tierarten.

Der Zoo Dortmund hat am vergangenen Samstag zu einem exklusiven Artenschutz-Abend eingeladen, um die eigene Rolle im globalen Natur- und Artenerhalt zu beleuchten. Rund 50 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung in die Räumlichkeiten des Zoorestaurants Flamingo, wo sie ein facettenreiches Vortragsprogramm erwartete. Das Team, bestehend aus der Referentin Sarah, dem Experten Kevin und dem bekannten „Zoolotsen“, gab tiefe Einblicke in die tägliche Arbeit hinter den Kulissen und in den weltweiten Projektgebieten. Die anschließende Fragerunde entwickelte sich schnell zu einer emotionalen, aber fruchtbaren Debatte über die moderne Zootierhaltung. Ziel der Veranstaltung war es, Transparenz zu schaffen und den direkten Dialog mit der Öffentlichkeit sowie mit Kritikern aktiv zu suchen.

Zwischen Ex-situ-Zucht und Schutz im natürlichen Lebensraum

Den Einstieg in den Abend gestaltete Sarah, die den Zuhörern die grundlegenden Unterschiede zwischen dem Ex-situ-Artenschutz – also dem Schutz in menschlicher Obhut – und dem In-situ-Artenschutz direkt in den Ursprungsländern erklärte. Zudem erläuterte sie die Arbeitsweise der Weltnaturschutzunion IUCN und die Funktionsweise der bekannten Roten Liste gefährdeter Arten. Im Anschluss veranschaulichte Kevin anhand konkreter Dortmunder Beispiele, warum manche Tierarten ohne Zuchtprogramme in Zoos bereits ausgestorben wären. Er hob hierbei die weltweiten Bemühungen um extrem bedrohte Spezies wie die Harlekinkröte, den Vietnamfasan oder den winzigen Siamesischen Zwergbärbling hervor, die im Zoo Dortmund ein sicheres Refugium gefunden haben.

Globales Engagement und eine kontroverse Diskussionsrunde

Der „Zoolotse“ übernahm den letzten Vortragsteil und berichtete über das weltweite Engagement des Zoos direkt vor Ort in den natürlichen Lebensräumen. Er thematisierte unter anderem die Arbeit des im Zoo ansässigen Vereins „Plumploris e.V.“ in Bangladesch, Indonesien und Vietnam sowie die Kooperation mit dem brasilianischen „Instituto Tamanduá“ zum Schutz von Ameisenbären. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo im vietnamesischen Gecko-Schutz sowie die Unterstützung der Stiftung Artenschutz wurden im Detail vorgestellt. Die anschließenden Gespräche verliefen durchaus kontrovers, da auch Vertreter der zoo-kritischen Organisation „Green Hearts for Animals & Nature“ anwesend waren. Es entwickelte sich eine emotionale und spannende Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern der Zooshaltung, die von allen Beteiligten dennoch als wertvoller Austausch wahrgenommen wurde.