Großgipfel zur City-Sicherheit
Phoenix Gelände Dortmund

Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Justiz und Wirtschaft fordern nach einem gemeinsamen Austausch konsequente Schritte. Der Cityring warnt die Politik vor halben Sachen beim Kampf um eine saubere Innenstadt.

Die Dortmunder Innenstadt soll wieder sichurer, sauberer und attraktiver werden. Um das Sicherheitsgefühl der Bürger und die Aufenthaltsqualität im Herzen der City nachhaltig zu stärken, haben sich Oberbürgermeister Alexander Kalouti, die Stadtverwaltung, die Spitze der Polizei sowie hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus Handel, Gastronomie und Wirtschaft zu einem intensiven Lageaustausch getroffen.

An dem Gipfel nahmen neben dem Oberbürgermeister auch Rechts- und Ordnungsdezernent Norbert Dahmen, der Behördenleiter des Polizeipräsidiums Dortmund, Achim Stankowitz, sowie Spitzenvertreter des Cityrings, der Qualitätsroute, der Gastronomie am Alten Markt, des Handelsverbandes, der IHK zu Dortmund, des Ordnungsamtes und des Kommunalen Lagezentrums teil.

Kalouti fordert Taten: „Zeit des Handelns ist gekommen“

Die Beteiligten zogen eine erste Bilanz der bisherigen Maßnahmen. „Die Dortmunder Innenstadt ist durch den Einzelhandel und die Gastronomie ein Magnet für die ganze Region. Nachdem wir vermehrt in Dialogen stehen, ist jetzt die Zeit des Handelns gekommen“, erklärte Oberbürgermeister Alexander Kalouti, der sich im Vorfeld bei einem gemeinsamen Sicherheitseinsatz von Ordnungsamt und Polizei persönlich vor Ort über die Arbeit und die besonderen Herausforderungen der Einsatzkräfte informiert hatte. Seit dem 2. November 2025 arbeite man bereits verstärkt an Lösungen, doch eine dauerhafte Besserung erfordere laut Kalouti intensivere, gemeinsame Anstrengungen aller Akteure.

Polizeipräsident Achim Stankowitz bestätigte, dass die sichtbare, uniformierte Präsenz in der City zuletzt erheblich verstärkt wurde, um der schwierigen Problemlage direkt zu begegnen. Dies zeige zwar deutliche Erfolge beim Sicherheitsgefühl der Passanten, dürfe aber nur ein Baustein sein: „Dies muss als gleichberechtigter Bestandteil eines Gesamtkonzeptes gesehen werden, welches auch eine Optimierung der Hilfesysteme beinhaltet.“ Ein zentrales Thema bei den Diskussionen waren unter anderem die zunehmenden Betteleien und der sichtbare Drogenkonsum.

Cityring-Chef warnt: Keine politischen Rosinenpfeifereien beim Vorbild Zürich

Als konkreter Lösungsansatz für die Dortmunder Probleme wurde im Gesprächskreis das international bekannte „Zürcher Modell“ ins Spiel gebracht. Torben Seifert, Vorstandsvorsitzender des Cityring Dortmund, fand dazu in der Runde deutliche Worte und richtete eine klare Erwartungshaltung an die Kommunalpolitik: „Händler, Gewerbetreibende, Mitarbeitende, Anwohner und Besucher haben ein berechtigtes Recht auf eine sichere, saubere und funktionierende Innenstadt. Wer dieses Konzept als Vorbild nennt, muss es auch konsequent und vollständig umsetzen.“

Das Schweizer Modell basiert strikt auf vier gleichwertigen Säulen:

  1. Prävention

  2. Therapie

  3. Schadensminderung

  4. Repression (Strafverfolgung)

Seifert warnte eindringlich davor, dass ein selektives Herausgreifen einzelner Elemente durch politische Akteure dem ganzheitlichen Ansatz nicht gerecht werde und die Wirksamkeit komplett verfehle. „Klar ist: In Zürich wird öffentlicher Drogenkonsum im öffentlichen Raum nicht geduldet. Hilfe für Betroffene und konsequente Durchsetzung von Regeln gehören untrennbar zusammen. Wir erwarten daher von der Politik, das Zürcher Modell konsequent umzusetzen. Unsere Innenstadt als wirtschaftliches und gesellschaftliches Herz Dortmunds verdient entschlossenes Handeln und zwar jetzt“, forderte der Cityring-Vorstand. Der angestoßene Austausch soll nun zeitnah in konkrete administrative Schritte münden.