
Eine Kolonne des Unternehmens im Einsatz auf dem Gelände eines lokalen Geldinstitutes. Viele Einsatzorte sind in der direkten Umgebung des Unternehmens – ein Vorteil für alle Mitarbeitenden.
Foto: LWL/Paul Metzdorf
Bei der Messe der Inklusionsunternehmen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe präsentieren sich Betriebe aus der Region. Einer von ihnen ist Grünwerk Gladbeck, ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb mit besonderem Schwerpunkt auf inklusiver Beschäftigung.
Am 11. März findet in der Messe Dortmund die Messe der Inklusionsunternehmen des Landschaftsverband Westfalen-Lippe statt. Rund 170 Betriebe aus Westfalen-Lippe engagieren sich derzeit für inklusive Arbeitsplätze. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten dort gemeinsam in wirtschaftlich eigenständigen Unternehmen. Ein Beispiel aus dem Kreis Recklinghausen ist das Unternehmen Grünwerk Gladbeck gGmbH. Der Betrieb gilt als bislang einziges Inklusionsunternehmen in Gladbeck.
Der Betrieb entstand im Jahr 2023 aus einem bestehenden Garten- und Landschaftsbaubetrieb. In Zusammenarbeit mit der Caritas Gladbeck wurde das Unternehmen in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt.
Geschäftsführer Sebastian Goste hatte zuvor rund zwei Jahrzehnte als selbstständiger Unternehmer im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet. Durch die Umstrukturierung konnte das neue Unternehmen von Beginn an auf bestehende Kundenkontakte und erfahrene Mitarbeitende zurückgreifen.
Inklusion als Lernprozess
Mit der Umwandlung kamen auch neue Strukturen in den Betrieb. Neben den bisherigen Beschäftigten wurden fünf Mitarbeitende mit Behinderung eingestellt. Inzwischen arbeiten sieben Menschen mit Behinderung in dem Unternehmen, insgesamt zählt der Betrieb 15 Mitarbeitende.
„Wir wussten, wie Gartenbau funktioniert – wir wussten nur nicht, wie Inklusion funktioniert“, erklärte Geschäftsführer Sebastian Goste rückblickend. Unterstützung erhielt das Unternehmen unter anderem durch sozialpädagogische Begleitung und regelmäßige Teamgespräche.
Neue Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende
Viele Beschäftigte kamen zuvor aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Durch den Wechsel auf den ersten Arbeitsmarkt eröffnen sich für sie neue Perspektiven, etwa durch Weiterbildungen oder zusätzliche Qualifikationen.
Eine zentrale organisatorische Rolle im Unternehmen übernimmt Sandra Sump, Assistenz der Geschäftsführung. Von einem Containerbüro auf dem Betriebsgelände aus koordiniert sie administrative Aufgaben und steht den Mitarbeitenden als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Auch Mitarbeitende wie Maik Reips haben den Wechsel von einer Werkstatt in das Unternehmen geschafft. Seit November 2023 arbeitet er bei Grünwerk Gladbeck im Garten- und Landschaftsbau.
Der Schritt in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bedeute für viele Beschäftigte mehr Selbstständigkeit und neue berufliche Perspektiven.
Hintergrund: Inklusionsunternehmen in Westfalen-Lippe
In Westfalen-Lippe gibt es derzeit rund 170 Inklusionsunternehmen, in denen etwa 2.200 Menschen mit Behinderung tätig sind. Diese Betriebe sind rechtlich selbstständig und müssen sich wie andere Unternehmen am Markt behaupten.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe unterstützt die Unternehmen mit Mitteln aus der sogenannten Ausgleichsabgabe. Diese wird von Betrieben gezahlt, die nicht genügend Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anbieten.
Weitere Fördermittel stammen unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit, dem Land Nordrhein-Westfalen sowie der Aktion Mensch.
