Keramikkunstwand im Westfalenpark ist Denkmal des Monats
Übersichtsaufnahme der Keramikkunstwand, Außenseite.

(c) LWL/Luisa Bulian

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe würdigt die Keramikkunstwand am ehemaligen Parkcafé im Westfalenpark Dortmund. Die Anlage wurde 2024 umfassend restauriert.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die Keramikkunstwand am ehemaligen Parkcafé im Westfalenpark Dortmund zum Denkmal des Monats März erklärt. Die geschwungene Wand ist Teil einer nierenförmigen Terrassenanlage aus dem Jahr 1959. Sie entstand im Zuge der Bundesgartenschau. 2024 wurde das Bauwerk unter fachlicher Begleitung des LWL-Denkmalamtes restauriert. Ziel war der dauerhafte Erhalt der farbigen Baukeramik.

Baukunst der 1950er-Jahre

Das zweigeschossige Parkcafé wurde nach Plänen des Architekten Will Schwarz errichtet. Es war das erste Gebäude der 1950er-Jahre in Dortmund, das unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seit 1995 wird es als Park-Akademie genutzt.

Prägend ist die lebhaft gestaltete Fassade mit baugebundener Kunst. Die Terrasse wird von einer geschwungenen Stahlbetonwand eingefasst. Diese ist mit glasierten Baukeramiken des Wittener Künstlers Hans Lechner besetzt. Unterschiedliche Formen und Farbglasuren setzen Akzente vor weiß und hellgrau gestrichenen Wandflächen.

Schäden und Restaurierung

Vor der Instandsetzung wies die Wand erhebliche Schäden auf. Korrosion am Bewehrungsstahl und gelöste Keramikelemente gefährdeten die Substanz. Auch Glasur und keramischer Träger zeigten Fehlstellen.

Im Zuge der Arbeiten wurden alte Farbschichten entfernt, der Beton restauratorisch behandelt und die Wand nach historischem Vorbild neu gestrichen. Die Keramiken reinigten Fachleute vor Ort und in der Werkstatt. Gebrochene Elemente wurden mit Epoxidharz verklebt und neu befestigt.

Eine besondere Herausforderung waren beschädigte Glasuren. Fehlstellen wurden mit einem pigmentierten Glasurersatz auf Hybrid-Polymer-Basis ergänzt, der der Witterung standhält. Ergänzend entfernten die Beteiligten angrenzenden Pflanzenbewuchs und legten ein Kiesbett an, um künftige Schäden zu vermeiden.

Künftig ist eine regelmäßige Wartung vorgesehen, um die Keramikkunstwand langfristig zu sichern.