Letzter WM-Tag in Dortmund – Deutschland fürs Halbfinale qualifiziert
Viertelfinale: Deutschland vs. Brasilien

(c) Sebastian Sendlak

Die deutsche Handballnationalmannschaft steht bei der Heim-WM erstmals seit 2007 im Halbfinale. In der ausverkauften Westfalenhalle setzte sich das Team am Montagabend mit 30:23 gegen Brasilien durch. 10.522 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten für eine dichte Atmosphäre beim letzten Auftritt in Dortmund, bevor es für die Mannschaft nach Rotterdam weitergeht.

Deutschland startete konzentriert. Emily Vogel eröffnete die Partie, weitere Treffer von Viola Leuchter und Lisa Antl bauten die Führung aus. Nach zwölf Minuten lag die Mannschaft 8:3 vorn. Trainer Markus Gaugisch setzte in der Anfangsphase auf flexible Rückraumlösungen und wechselnde Formationen. Brasilien reagierte mit einem frühen Team-Timeout und einem Torwartwechsel, fand aber zunächst keinen stabilen Zugriff.

In der Endphase der ersten Halbzeit konnte sich Deutschland wieder absetzen. Torhüterin Katharina Filter steigerte sich deutlich und hatte entscheidenden Anteil am 17:11-Pausenstand.

« von 2 »

Nach Wiederanpfiff wuchs die Führung auf acht Treffer. Doch ab Mitte der zweiten Halbzeit verlor die deutsche Mannschaft an Präzision. Mehrere technische Fehler und vergebene Chancen brachten Brasilien zurück ins Spiel. Der Vorsprung schrumpfte zwischenzeitlich auf drei Tore. Erst ein schneller Gegenstoß von Jenny Behrend und weitere Paraden von Filter stabilisierten die deutsche Leistung.

Am Ergebnis änderte das nicht mehr viel: Deutschland sicherte sich den Sieg und trifft am Freitag in Rotterdam auf die Niederlande oder Ungarn.

Trotz des Erfolgs blieb der zweite Durchgang ein Mahnzeichen. Die Mannschaft leistete sich eine Phase von rund 15 Minuten mit mangelnder Konzentration und nachlässiger Herangehensweise. Gegen stärkere Gegner könnte das zum Problem werden.

Auch Norwegen reist nach Rotterdam

Im zweiten Viertelfinale konnte sich das Team aus Norwegen mit 32:23 deutlich gegen Montenegro durchsetzen. Die Norwegerinnen gelten als Favoriten auf den WM-Titel, würden jedoch erst im Finale auf das deutsche Team treffen.

Deutschland könnte am Freitag bei Rotterdam Ahoy auf den Sieger des Spiels zwischen Dänemark und Frankreich treffen. Norwegen bekommt es mit dem Sieger der Begegnung zwischen den Niederlanden und Ungarn zu tun. Die beiden Viertelfinale steigen am morgigen Mittwoch in Rotterdam. Die Finalpartie, sowie das Spiel um Platz drei findet am Sonntag statt. Deutschland gilt unter den Experten nicht als Favorit.