
SES_RJSYMB20250617-65
BVB Borussia Dortmund / Signal Iduna Park
Beim Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München ist es zu mehreren Polizeieinsätzen gekommen. Die Polizei leitete zahlreiche Strafverfahren ein, die Münchener Fanszene erhebt schwere Vorwürfe.
Am Samstagabend traf Borussia Dortmund im Signal Iduna Park auf den FC Bayern München. 81.365 Zuschauer verfolgten die Partie, darunter 7.730 Gästefans. Bereits vor Spielbeginn kam es am Gästeeingang zu einem Polizeieinsatz. Auch während und nach der Begegnung wurden Einsatzkräfte tätig. Die Ermittlungen dauern an.
Vorfälle am Gästeeingang
Nach Angaben der Polizei versuchten gegen 16.15 Uhr Teile der Gästefans, die Einlasskontrollen zu durchbrechen. Dabei sei es zu körperlichen Angriffen auf mehrere Mitarbeiter des Ordnungsdienstes gekommen. Einsatzkräfte schritten ein.
Gegen 29 Personen wurden Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Während der Personalienfeststellungen habe es Solidarisierungshandlungen weiterer Fans sowie tätliche Angriffe auf Polizeibeamte gegeben. Die Beamten setzten Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock ein. Zudem werde geprüft, ob gefälschte Tickets vorgelegt wurden.
Pyrotechnik und weitere Auseinandersetzungen
Zu Beginn der Partie wurden auf der Südtribüne zahlreiche pyrotechnische Gegenstände gezündet. Mindestens vier Personen wurden verletzt. Auch hierzu leitete die Polizei Strafverfahren ein.
Gegen 20.30 Uhr erkannten Einsatzkräfte unter der Nordtribüne einen Gästefan wieder, der zuvor an einem tätlichen Angriff beteiligt gewesen sein soll. Im Zuge der Personalienfeststellung kam es laut Polizei erneut zu Solidarisierungshandlungen und Angriffen, teilweise seien Gegenstände geworfen worden. Auch hier kamen Pfefferspray und Einsatzstock zum Einsatz.
Insgesamt wurden fünf Polizeibeamte leicht verletzt. Sie blieben dienstfähig. Nach Spielende begleiteten Einsatzkräfte die Gästefans wegen eines Streiks im öffentlichen Nahverkehr bis zum Hauptbahnhof. Die Abreise verlief nach Polizeiangaben störungsfrei.
Stellungnahme der Münchener Fanszene
Die Münchener Fanszene erhebt in einer Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die eingesetzten Beamten. Demnach sei es nach Drängeleien an der Einlasskontrolle zu einem unverhältnismäßigen Einschreiten gekommen. Die Polizei habe wiederholt und ohne ausreichenden Anlass Schlagstöcke und Reizgas eingesetzt.
Es wird von zahlreichen verletzten Fans gesprochen, darunter Personen mit Knochenbrüchen, Gesichtsverletzungen sowie Reizungen der Augen und Atemwege. Zudem werfen die Verfasser der Stellungnahme der Polizei vor, bewusst eine Eskalation herbeigeführt zu haben. Auch das Vorgehen kurz vor Spielende wird als „Gewalteskalation“ bezeichnet.
Die Dortmunder Polizei äußerte sich zu diesen Vorwürfen bislang nicht im Detail. Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an.
