
Dortmunder U
Alarmstufe Rot in den städtischen Finanzen: Die Stadt Dortmund reagiert mit harten Einschnitten auf eine dramatische Verschlechterung ihrer Haushaltslage.
Oberbürgermeister Alexander Kalouti und Stadtkämmerer Thorsten Bunte haben für das vierte Quartal 2026 eine haushaltswirtschaftliche Sperre angekündigt. Die Maßnahme tritt zum 1. Oktober 2026 in Kraft und soll verhindern, dass die größte Stadt des Ruhrgebiets ihre finanzielle Souveränität verliert und gesetzlich zu einem strikten Haushaltssicherungskonzept (HSK) gezwungen wird.
„Die Lage ist ernst. Es geht um die finanzielle Eigenständigkeit unserer Stadt und damit um unsere fiskalische Souveränität“, betont Oberbürgermeister Alexander Kalouti. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um unseren Haushalt zu stabilisieren. Dabei dürfen wir aber nicht an unserer Zukunft sparen. Die angespannte Finanzlage zwingt uns, Strukturen zu optimieren und alle freiwilligen Ausgaben kritisch zu hinterfragen.“
Einbrechende Gewerbesteuern und steigende Personalkosten reißen Millionenlöcher
Als Hauptursachen für das finanzielle Defizit im laufenden Haushaltsjahr nennt die Stadtverwaltung erhebliche Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer sowie spürbar gestiegene Personalausgaben. Darüber hinaus greifen weitere Haushaltsrisiken, während ursprünglich erhoffte wirtschaftliche Verbesserungen und Entlastungen ausgeblieben sind.
Die Konsequenz trifft das Eigenkapital der Stadt empfindlich: Dortmund muss die bestehenden Rücklagen früher und in deutlich größerem Umfang angreifen als veranschlagt. Aktuelle Hochrechnungen zeigen, dass bereits im laufenden Jahr die gesetzlichen Mindestgrenzwerte unterschritten werden könnten – was unmittelbar die Pflicht zur Aufstellung eines strengen Haushaltssicherungskonzepts unter externer Aufsicht nach sich ziehen würde. Durch den sofortigen Ausgabenstopp für das restliche Jahr soll der Griff in die Reservekasse so weit wie möglich gedämpft werden.
Pflichtaufgaben und laufender Betrieb bleiben gesichert
Die Haushaltssperre friert in erster Linie freiwillige Leistungen und neue finanzielle Verpflichtungen ein. Sie bedeutet jedoch keinen Stillstand der kommunalen Kernbereiche: Rechtlich verpflichtende Aufgaben, gesetzliche Sozialleistungen sowie unabweisbar notwendige und unaufschiebbare Ausgaben der Verwaltung sind weiterhin vollständig abgesichert und werden regulär ausgezahlt.
„Die aktuelle Entwicklung der Haushaltszahlen lässt uns keine andere Wahl. Wir müssen jetzt gegensteuern, um zu verhindern, dass Dortmund unmittelbar in die Haushaltssicherungspflicht fällt“, so Kämmerer Thorsten Bunte. Wie die Sparvorgaben, Prüfverfahren und Ausnahmeregelungen im Detail ausgestaltet werden, stellt der Stadtkämmerer am Donnerstag, 24. September 2026, im Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften vor.
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