
Polizei
(c) Hendrik Klein
Überführung von Tätern und gefährlicher Leichtsinn
Frischer Schnee hat in Duisburg zwei sehr unterschiedliche Rollen gespielt. In Neumühl führte er die Polizei direkt zu mutmaßlichen Autoknackern. In Alt-Hamborn wurde ein vereister Schneeball von einer Brücke zur ernsten Gefahr für den Straßenverkehr. Beide Fälle ereigneten sich am selben Tag. Sie zeigen, wie schnell aus Winterwetter Beweismittel oder Risiko werden kann.
Fußspuren im Schnee führen zu Festnahmen
Im Duisburger Stadtteil Neumühl kam es in der Nacht zum Donnerstag, 8. Januar, zu einer Serie von Fahrzeugaufbrüchen. Zwischen Mitternacht und 2.30 Uhr wurden im Bereich der Alexstraße und Wichernstraße an insgesamt 13 Autos Seitenscheiben eingeschlagen. Die Innenräume wurden durchsucht.
Entscheidend für den schnellen Fahndungserfolg waren Spuren im Schnee. An mehreren Tatorten entdeckten Einsatzkräfte identische Schuhabdrücke. Die Profile ließen sich drei unterschiedlichen Sneakermarken zuordnen. Wenig später nahm die Polizei drei Tatverdächtige im Alter von 24 bis 27 Jahren vorläufig fest. Die Abdrücke stimmten mit deren Schuhen überein.
Weitere Indizien erhärten Tatverdacht
Bei einem der Männer stellten die Beamten eine frische Handverletzung fest. Zudem wurden an einem beschädigten Fahrzeug Blutspuren gefunden. Bei der Durchsuchung der Verdächtigen sicherte die Polizei unter anderem Werkzeug, einen Nothammer und eine Sparkassenkarte. Welche Gegenstände aus den Fahrzeugen entwendet wurden, ist noch Teil der Ermittlungen.
Die drei Männer sollen am Freitag, 9. Januar, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Duisburg einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Vorwurf lautet Bandendiebstahl.
Vereister Schneeball trifft Lkw auf der A59
Ebenfalls am Donnerstag, jedoch am Nachmittag, kam es in Alt-Hamborn zu einem gefährlichen Vorfall. Gegen 14.24 Uhr war ein 47-jähriger Lkw-Fahrer auf der A59 in Richtung Dinslaken unterwegs, als ein großer, vereister Schneeball auf sein Führerhaus prallte. Der Wurf erfolgte von einer Brücke in Höhe der Richterstraße.
Der Aufprall riss eine Sonnenblende ab, die anschließend gegen die Windschutzscheibe eines weiteren Fahrzeugs schleuderte. Der 44-jährige Autofahrer blieb ebenso unverletzt wie der Lkw-Fahrer. Sachschaden entstand dennoch.
Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs
Nach Angaben der Polizei sollen drei Kinder den Schneeball von der Brücke geworfen haben. Das Verkehrskommissariat ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Zeuginnen und Zeugen werden gebeten, Hinweise zu den beteiligten Kindern zu geben.
