
(c) Polizei Duisburg
Bei gezielten Verkehrskontrollen in den Duisburger Stadtteilen Neumühl und Neudorf staunten die Beamtinnen und Beamten des Verkehrsdienstes am Freitag, 18. September 2026, nicht schlecht: Gleich mehrere Fahrzeuge waren massiv manipuliert, um ein Vielfaches schneller als gesetzlich zulässig unterwegs oder wurden verbotswidrig mit dem Smartphone in der Hand gesteuert.
Im Rahmen des Schwerpunkteinsatzes überprüften die Einsatzkräfte gezielt Kleinfahrzeuge, die augenscheinlich mit überhöhter Geschwindigkeit im Straßenbild auffielen. Ein besonders gravierender Fall betraf einen Krankenfahrstuhl, der bauartbedingt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h begrenzt sein müsste: Das Gefährt wurde mit mindestens 45 km/h gemessen. Die Polizei stellte das Fahrzeug sicher; ein Sachverständigengutachten der DEKRA soll nun klären, welche technischen Veränderungen vorgenommen wurden.
Smartphone-App schaltete Geschwindigkeiten bis 100 km/h frei
Ähnlich heikel gestaltete sich die Überprüfung eines E-Scooters, der regulär auf maximal 20 km/h gedrosselt sein muss. Bei der Kontrolle des Fahrers stießen die Beamtinnen und Beamten auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten auf eine Tuning-App: Mit der Software ließ sich die werkseitige Geschwindigkeitsbegrenzung der Software bis auf ein theoretisches Tempo von 100 km/h manipulieren. In der Praxis brachte es der Elektroroller so auf stolze 45 km/h. Das Gefährt wurde ebenso wie zwei weitere E-Scooter beschlagnahmt; alle drei Roller werden im Nachgang auf einem Rollenprüfstand der Polizei auf Herz und Nieren getestet.
Die Bilanz des Kontrolltages verdeutlicht die rechtlichen Konsequenzen solcher Manipulationen, durch die Kleinstfahrzeuge versicherungs-, führerschein- und steuerrechtlich in ganz andere Fahrzeugklassen rutschen:
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6 Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis bzw. des Gestattens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis
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3 sichergestellte E-Scooter zur technischen Begutachtung
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1 sichergestellter Krankenfahrstuhl zur DEKRA-Prüfung
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1 Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen verbotswidriger Smartphonenutzung auf einem E-Scooter
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1 Verkehrsstrafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz
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4 Verwarngelder wegen diverser Verkehrsverstöße
Die Duisburger Polizei mahnt vor den lebensgefährlichen Risiken getunter Kleinstfahrzeuge: Bremsen, Reifen und Fahrwerk von handelsüblichen E-Scootern sind keinesfalls auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt, was bei abrupten Ausweichmanövern oder Bremsungen das Sturz- und Verletzungsrisiko drastisch erhöht.
