
Adveniat-Bilanzpressekonferenz-2026
(c) Titus Lambertz/Adveniat
Das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche Adveniat sieht sich weiterhin als verlässlicher Partner für Menschen in Lateinamerika und der Karibik. Das erklärte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck bei der Vorstellung des Jahresberichts am Montag in Essen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden nach Angaben der Organisation mehr als 800 Projekte mit insgesamt 30,6 Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen überwiegend aus Spenden, die im selben Zeitraum rund 34 Millionen Euro betrugen. Damit liegen die Einnahmen etwa drei Millionen Euro unter dem Vorjahreswert, bewegen sich jedoch weiterhin auf dem Niveau von 2023.
Overbeck betonte die Bedeutung der langfristigen Unterstützung angesichts globaler Krisen und politischer Entwicklungen. Besonders im Globalen Süden verschärften sich laut ihm die Folgen von Konflikten, Hunger und geopolitischen Entscheidungen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf internationale Veränderungen in der Entwicklungszusammenarbeit, die die Situation vieler Menschen zusätzlich verschärften.
Schwerpunkt: Unterstützung von Frauen und Mädchen
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt nach Angaben Adveniats auf der Unterstützung von Frauen und Mädchen. Projekte wie das kolumbianische Hilfsprogramm „Talitha Qum“ bieten Schutz und Perspektiven für Opfer sexualisierter Gewalt. Die diesjährige bundesweite Weihnachtsaktion steht deshalb unter dem Motto „Mut-Macherin. Frauen stärken. Hoffnung schenken.“.
Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer hob hervor, dass die Projektarbeit nur durch die Unterstützung der Spenderinnen und Spender möglich sei. Trotz eines leichten Rückgangs bei den Einnahmen zeige sich insgesamt eine stabile Spendenbereitschaft. Rückgänge bei Wertpapieren, Weiterleitungsspenden und Einzelspenden wurden teilweise durch höhere Erbschaftserträge ausgeglichen.
Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier betonte zudem die Bedeutung sogenannter „Hoffnungsinseln“ in Krisenregionen. Mit Bildungs-, Ernährungs- und Hilfsprojekten werde versucht, Menschen vor Ort langfristig zu stärken und Perspektiven zu schaffen. Besonders in Ländern wie Haiti oder Venezuela leiste Adveniat konkrete Unterstützung in Bereichen wie Ernährung, Bildung und medizinischer Versorgung.
Insgesamt zeigt der Jahresbericht ein stabiles Spendenaufkommen bei leicht rückläufiger Tendenz, während die Projektförderung auf hohem Niveau fortgeführt wird.
