Kabarettist Jochen Malmsheimer erhält Peter-Hille-Literaturpreis
Jochen Malmsheimer

Die renommierte westfälische Literaturauszeichnung geht in diesem Jahr an den bekannten Wortakrobaten – ein Brückenschlag zwischen moderner Kleinkunst und historischer Bohème.

Die literarische Landschaft in Westfalen feiert eine hochkarätige Prämierung. Der im Jahr 2007 ins Leben gerufene Literaturpreis „Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis“ wird in diesem Jahr bereits zum siebten Mal verliehen. Wie die Peter-Hille-Gesellschaft offiziell bekannt gab, geht die renommierte Auszeichnung an den bekannten Kabarettisten Jochen Malmsheimer. Damit reiht sich Malmsheimer in eine Riege namhafter Künstler ein, die für ihr herausragendes literarisches und kabarettistisches Schaffen gewürdigt wurden. Der Preis gilt als eine der profiliertesten Auszeichnungen an der Schnittstelle zwischen anspruchsvoller Literatur und geschliffener Kleinkunst im deutschsprachigen Raum.

Ein Erbe der Jahrhundertwende: Wer war Peter Hille?

Der Namensgeber des Preises, Peter Hille, wurde 1854 in Erwitzen bei Nieheim geboren. Nach jahrelangen, ruhelosen Wanderschaften durch zahlreiche Länder verbrachte der gebürtige Westfale die letzten gut zehn Jahre seines Lebens in den pulsierenden Künstlergemeinschaften Berlins. Dort erlangte er als Prototyp des Bohemiens und als radikaler Verfechter eines freien Künstlertums große Bekanntheit. Als literarischer Impressionist schrieb Hille meist aus der spontanen Eingebung des Augenblicks heraus.

Hohe literarische Qualität erreichte er insbesondere in seinen Aphorismen, Gedichten und anderen poetischen Kurzformen. Mit der Gründung seines „Cabaret zum Peter Hille“ avancierte er zudem zu einem der Urväter des modernen deutschen Kabaretts. Im Zuge der intensiven literaturwissenschaftlichen Erforschung der Kunstszene um 1900 rückt Hilles vielschichtiges Werk in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der modernen Wissenschaft.

Renommierte Bronze-Skulptur und 5.000 Euro Preisgeld

Der „Nieheimer Schuhu“ wird von der 1983 gegründeten Peter-Hille-Gesellschaft im bewährten Drei-Jahres-Rhythmus als reiner Auszeichnungspreis vergeben. Neben einem stattlichen und im Kulturbereich hoch angesehenen Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro erhält der Preisträger ein ganz besonderes Symbol der Anerkennung: die begehrte Schuhu-Bronze-Skulptur, die eigens von dem renommierten Künstler Bernd Bergkemper gestaltet wurde.

Jochen Malmsheimer folgt mit der Auszeichnung einer Liste profilierter Vorgänger, die die deutsche Satire- und Kabarettszene nachhaltig geprägt haben. Die bisherigen Preisträger des „Nieheimer Schuhu“ im Überblick:

  • Erwin Grosche

  • Fritz Eckenga

  • Wiglaf Droste

  • Hans Zippert

  • Bernd Gieseking

  • Sarah Hakenberg

Mit Jochen Malmsheimer, der für seine epische Sprachgewalt und humoristische Präzision geschätzt wird, findet die Auszeichnung in diesem Jahr einen würdigen Nachfolger, der den Geist Peter Hilles im modernen Kulturbetrieb lebendig hält.