Krupp-Archiv veröffentlicht 60.000 historische Aufnahmen online
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(c) Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Das Historische Archiv Krupp hat einen großen Teil seiner Werksfotografie aus der Nachkriegszeit ins Netz gestellt. Rund 60.000 Aufnahmen aus den Jahren 1949 bis 1960 sind ab sofort digital zugänglich. Sie stammen aus dem Bestand „F 4“, der insgesamt etwa 600.000 Fotografien aus fünf Jahrzehnten umfasst.

Die Motive zeigen Anlagen, Produkte und Arbeitsprozesse. Dokumentiert sind auch internationale Projekte, Messeauftritte und die soziale Infrastruktur des Unternehmens. Zudem finden sich Bilder prominenter Besucherinnen und Besucher in der Villa Hügel. Die Aufnahmen geben Einblick in die industrielle Entwicklung der Bundesrepublik und öffnen Perspektiven auf wirtschafts-, sozial- und kulturhistorische Themen. Auch Fragestellungen zu Kolonialgeschichte, Geschlechterrollen und fotografischer Praxis lassen sich daran untersuchen.

Für die Online-Stellung wurden rund 63.000 Negativfilmstreifen digitalisiert. Die Überlieferung musste zuvor aufwendig überarbeitet werden, da die vorhandenen Verzeichnisse lückenhaft und fehlerhaft waren. Personen- und urheberrechtliche Fragen wurden geprüft. Einige Motive bleiben gesperrt.

Das Archiv weist darauf hin, dass Inhalte aus dem historischen Kontext heraus heute als unangemessen wirken können. Man distanziere sich von diskriminierenden oder propagandistischen Darstellungen.

Bislang konnten die Fotografien nur vor Ort in der Villa Hügel eingesehen werden. Mit dem digitalen Zugang entfällt diese Hürde und die empfindlichen Originale werden geschützt. Das Angebot soll fortlaufend erweitert werden.