
Polizei
Zwei brutale Messerangriffe erschüttern das Essener Stadtgebiet innerhalb weniger Tage. Die Polizei konnte in beiden Fällen dringende Tatverdächtige festnehmen.
Das Polizeipräsidium Essen und die Staatsanwaltschaft blicken auf eine Reihe von Gewaltdelikten in der vergangenen Woche zurück. Am späten Abend des 1. Juli kam es im Essener Stadtkern zu einer brutalen Attacke auf eine wehrlose Frau, die an einer U-Bahnhaltestelle unvermittelt niedergestochen wurde. Nur wenige Tage später, am frühen Morgen des 5. Juli, eskalierte zudem ein heftiger Streit vor einer Eventlocation im Stadtteil Rüttenscheid, bei dem drei Männer schwere Stichverletzungen erlitten. Ein unbeteiligter Sicherheitsmitarbeiter verstarb während des Tumults noch am Einsatzort. Die Kriminalpolizei hat in beiden Fällen eigenständige Mordkommissionen eingerichtet, um die Hintergründe der Taten lückenlos aufzuklären.
U-Bahnhof Viehofer Platz: Wohnungslose Frau brutal niedergestochen
Am Mittwochabend, 1. Juli, hielt sich eine 58-jährige wohnungslose Frau gegen 21.15 Uhr an der U-Bahnhaltestelle „Viehofer Platz“ auf, als sich ihr ein zunächst unbekannter Mann näherte. Völlig unvermittelt stach der Angreifer mehrfach mit einer Stichwaffe auf die Frau ein und verletzte sie durch mehrere Stich- und Schnittwunden schwer. Nach der Tat flüchtete der Täter zu Fuß aus dem U-Bahn-Bereich in Richtung Stoppenberger Straße. Das Opfer musste nach einer medizinischen Erstversorgung vor Ort in ein Krankenhaus transportiert werden, schwebte laut Angaben der Behörden jedoch glücklicherweise nicht in akuter Lebensgefahr.
Ermittlungserfolg nach Videoauswertung: 26-Jähriger in Haft
Eine direkt nach dem Vorfall eingeleitete Fahndung im Nahbereich der U-Bahn-Station blieb zunächst ohne Erfolg. Der Durchbruch gelang den Ermittlern der eingerichteten Mordkommission schließlich durch die detaillierte Auswertung von umfangreichem Videomaterial aus den Überwachungskameras der Haltestelle. Hierdurch konnte ein 26-jähriger Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit als mutmaßlicher Täter identifiziert werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Essen erließ das zuständige Amtsgericht am 2. Juli einen Untersuchungshaftbefehl, woraufhin der Tatverdächtige noch am selben Abend von den Beamten festgenommen wurde.
Eskalation in Rüttenscheid: Drei Schwerverletzte vor Eventlocation
Ein weiterer folgenschwerer Zwischenfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen, 5. Juli, gegen 2.10 Uhr auf einem Parkplatz an der Girardetstraße in Rüttenscheid. Im Außenbereich einer dortigen Eventlocation gerieten mehrere Veranstaltungsteilnehmer in einen heftigen Streit, der rasch in eine körperliche Auseinandersetzung mündete. Im Zuge des Tumults erlitten drei Männer im Alter von 40, 42 und 48 Jahren schwere Stichverletzungen durch ein Messer. Die Verletzten wurden nach der Erstversorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht, befinden sich den behördlichen Angaben zufolge mittlerweile aber außer Lebensgefahr.
Sicherheitsmitarbeiter verstirbt am Tatort an internistischem Notfall
Während des unübersichtlichen Einsatzes verlor ein 56-jähriger Sicherheitsmitarbeiter, der nachweislich nicht Teil der ursprünglichen Auseinandersetzung war, plötzlich das Bewusstsein. Polizisten und Augenzeugen leiteten sofortige Reanimationsmaßnahmen ein, doch der Mann aus Köln verstarb noch in der Nacht am Tatort. Eine durchgeführte rechtsmedizinische Untersuchung brachte mittlerweile Gewissheit über die Tragödie: Der Wachmann verstarb infolge eines internistischen Notfalls; Spuren von äußerer Gewalteinwirkung wurden bei der Obduktion nicht festgestellt.
Mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt: Verdächtiger aus Marl in U-Haft
Noch in der Tatnacht sicherten Kriminaltechniker Spuren am Rüttenscheider Tatort und stellten ein Messer sicher, bei dem es sich mutmaßlich um die Tatwaffe handelt. Ein 46-jähriger Tatverdächtiger aus Marl mit türkischer Staatsangehörigkeit, der bei dem Streit ebenfalls verletzt wurde, konnte vor Ort vorläufig festgenommen werden. Das Amtsgericht Essen erließ am 5. Juli einen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Totschlags gegen den Mann. Die Mordkommission bittet Zeugen, die Beobachtungen an der Girardetstraße gemacht haben, dringend um Hinweise unter der Telefonnummer 0201/829-0.
