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Zeche Zollverein Essen
Ein moderner Anlaufpunkt für Kulturbegeisterte: Zum bundesweiten UNESCO-Welterbetag hat die Zeche Zollverein ihr interaktives Informationszentrum eingeweiht.
Das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen ist rechtzeitig zum bundesweiten Welterbetag am Sonntag, 7. Juni 2026, um eine bedeutende Attraktion reicher geworden. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde das neu errichtete „Welterbe Forum“ offiziell an die Öffentlichkeit übergeben. Der rund 170 Quadratmeter große Neubau befindet sich am zentralen Werner-Müller-Platz und erweitert die bestehenden Informations- und Vermittlungsangebote auf dem weitläufigen ehemaligen Zechengelände nachhaltig. Das architektonisch anspruchsvolle Gebäude verbindet moderne Ästhetik mit historischer Symbolik und soll als erste Anlaufstelle für die Hunderttausenden nationalen und internationalen Besucher fungieren, die das Industriedenkmal im Herzen des Ruhrgebiets Jahr für Jahr ansteuert. Die Eröffnung markiert einen wichtigen Meilenstein in der touristischen Infrastruktur der Metropole Ruhr.
Nachhaltige Holzarchitektur trifft auf interaktive Digitaltechnik
Bereits von außen zieht das neue Welterbe Forum die Blicke der Passanten auf sich. Die markante Fassade wurde aus carbonatisiertem Holz gefertigt, was dem Bauwerk ein charakteristisches, tiefdunkles Erscheinungsbild verleiht. Diese Materialauswahl ist kein Zufall, sondern nimmt ganz bewusst Bezug auf die historische Bedeutung von Holz als unverzichtbarer Baustoff für den Untertagebau sowie auf den Jahrmillionen dauernden geologischen Entstehungsprozess von Steinkohle. Flankiert wird die Holzkonstruktion von einer imposanten, großzügigen Glasfront. Ein integriertes Kunst-am-Bau-Projekt, das in enger Kooperation mit Studierenden und Lehrenden der renommierten Folkwang Universität der Künste realisiert wurde, rundet das visuelle Gesamtkonzept des modernen Pavillons im Außenbereich ab.
Im Inneren des barrierefreien Forums setzt die Stiftung Zollverein konsequent auf Digitalisierung und benutzerfreundlichen Service. Den Gästen stehen ab sofort acht hochmoderne, interaktive Medienstationen zur Verfügung. Über intuitive Touchscreens können sich Interessierte eigenständig über die vielfältigen Angebote, die reiche Geschichte des Bergwerks sowie aktuelle Kulturprojekte auf dem gesamten Welterbe-Areal informieren. Darüber hinaus ermöglicht das integrierte System, Online-Tickets für verschiedene Ausstellungen, Konzerte und die beliebten Führungen durch die historischen Übertageanlagen direkt vor Ort zu buchen. Dadurch sollen Wartezeiten an den Hauptkassen des Ruhr Museum oder des Denkmalpfades zu Stoßzeiten spürbar verkürzt werden.
Buntes Rahmenprogramm lockt zahlreiche Gäste an den Werner-Müller-Platz
Eingebettet war die Einweihung des Forums in ein dicht gestaffeltes, buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie, das ab 12.30 Uhr die Massen anzog. Auf dem gesamten Areal sorgten mitreißende Live-Musik, kreative Mitmach-Aktionen für Kinder, farbenfrohe Walking Acts und ein offenes Yoga-Angebot unter freiem Himmel für eine ausgelassene Volksfeststimmung. Insgesamt 55 anerkannte Welterbestätten in ganz Deutschland nutzten den ersten Sonntag im Juni parallel, um unter dem gemeinsamen Banner des UNESCO-Welterbetags den Wert von geschützten Kultur- und Naturlandschaften ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu rücken. Die Stiftung Zollverein zog eine durchweg positive Bilanz des Aktionstages.
„Die neue Fassade aus carbonatisiertem Holz nimmt bewusst Bezug auf die historische Bedeutung von Holz im Bergbau und auf die Entstehung von Kohle.“ — Auszug aus dem Gestaltungskonzept
Mit dem neuen Welterbe Forum schlägt die Zeche Zollverein eine gelungene Brücke zwischen ihrer industriellen Vergangenheit und den Anforderungen an ein zeitgemäßes, digitalisiertes Tourismusmanagement des 21. Jahrhunderts. Der Pavillon ist ab sofort täglich für das Publikum geöffnet und ergänzt die Orientierungssysteme auf dem ehemals größten Steinkohlebergwerk der Welt optimal. Kulturbegeisterte aus den Nachbarstädten wie Bochum oder Gelsenkirchen profitieren ebenfalls von dem zentralen Servicepunkt, der auch als Infoknoten für die kommende Kunstbiennale Manifesta 16 dient. Das Projekt wurde mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und regionaler Förderer realisiert.
