TRIMET speist industrielle Abwärme ins Fernwärmenetz von Iqony ein
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Die TRIMET Aluminium SE und die Iqony Fernwärme GmbH haben die Einspeisung industrieller Abwärme aus der Essener Aluminiumhütte gestartet. Die Energie fließt in das Fernwärmenetz für Bottrop, Essen und Gelsenkirchen.

Industrielle Abwärme wird im Ruhrgebiet künftig stärker für die Wärmeversorgung genutzt. TRIMET und Iqony haben dafür am Standort Essen eine neue Anlage in Betrieb genommen. Die Abwärme stammt aus der Aluminiumproduktion. Sie wird in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist. Ziel ist eine weitere Reduzierung von CO₂-Emissionen.

TRIMET speist künftig jährlich rund 31.000 Megawattstunden unvermeidbare Abwärme aus den Elektrolyseöfen in das Fernwärmenetz von Iqony ein. Nach Unternehmensangaben entspricht dies dem rechnerischen Wärmebedarf von mehr als 5.500 Haushalten. Das Netz versorgt Kundinnen und Kunden in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen. Die eingespeiste Energie gilt als klimaneutral erzeugt.

Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärme

Iqony setzt in der Fernwärmeversorgung nach eigenen Angaben bereits zu fast 70 Prozent auf klimaneutrale Quellen. Die zusätzliche Nutzung industrieller Abwärme soll diesen Anteil weiter erhöhen. Abwärme gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Die Kooperation mit TRIMET ist auf eine Laufzeit von 20 Jahren angelegt.

Möglich wurde das Projekt durch die Umrüstung der Aluminiumproduktion auf eine flexible Fahrweise, angepasst an schwankende Strommengen aus Wind- und Solaranlagen. Speziell installierte Wärmetauscher fangen die Hitze der Elektrolyseöfen auf. Über Ventilatorstationen wird Wasser auf rund 130 Grad Celsius erhitzt und unter Druck zur Energiezentrale geleitet. TRIMET errichtete dafür ein 1,6 Kilometer langes Rohrsystem auf dem Werksgelände, während Iqony einen etwa 700 Meter langen Leitungsanschluss zum Fernwärmenetz baute.

Die Kooperation wurde bereits 2023 vereinbart. Gut zweieinhalb Jahre später sind die Bau- und Umrüstungsarbeiten abgeschlossen. Nach dem Probebetrieb soll die Anlage zeitnah in den Regelbetrieb gehen. Beide Unternehmen investierten dafür gemeinsam einen hohen einstelligen Millionenbetrag.