Rekordkulisse beim Cranger Kirmes-Festumzug 2026
Cranger Kirmes-Umzug 2026

(c) Sebastian Sendlak

Mit einer gigantischen Besucherresonanz, bester Sommerstimmung und einem neuen Teilnehmerrekord ist am Samstag, den 8. August 2026, der traditionelle Festumzug der Cranger Kirmes durch die Straßen von Wanne-Eickel gerollt. Mehr als 150.000 Schaulustige säumten die rund vier Kilometer lange Strecke von Eickel bis zum Kirmesplatz nach Crange. Die Veranstalter sprachen von einem rundum friedlichen Fest und einem störungsfreien Ablauf der Großveranstaltung.

Spektakuläre Kulisse und logistische Herausforderungen

Das enorme Publikumsinteresse stellte die Logistik vor Ort vor besondere Aufgaben. Nach Angaben von Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs öffentliche Ordnung, verzeichnete die Stadt Herne ein ungewöhnlich hohes Besucheraufkommen mit mindestens 20 Prozent mehr Gästen als in den Vorjahren. Um die Sicherheit der Menschenmengen zu gewährleisten, musste die vier Kilometer lange Umzugsstrecke vor dem Start ein zweites Mal abgefahren werden. Der Festzug setzte sich dadurch mit einer leicht verzögerten Startzeit gegen 10:50 Uhr in Bewegung.

Der „Cranger Lindwurm“ präsentierte sich in diesem Jahr so gewaltig wie nie zuvor: Mit einer Gesamtlänge von rund 1,7 Kilometern umfasste der Paradezug insgesamt 115 Startnummern, darunter 104 aufwendig gestaltete Festwagen, 42 originelle Fußgruppen sowie neun Kapellen und Musikformationen. Insgesamt wirkten rund 4.500 Aktive an dem Spektakel mit. Zur Absicherung der Strecke und der Einmündungen nutzten die städtischen Bauhöfe und die Schaustellervereinigung eine Vielzahl von Blockadefahrzeugen, darunter Lkw, Transporter und Sattelzüge.

Von der Ehrentribüne bis zur Stadtreinigung: Das Geschehen auf der Route

Angeführt wurde der bunte Tross von der amtierenden NRW-Kirmeskönigin Julia I., die zusammen mit Schaustellerpräsident Albert Ritter (Deutscher Schaustellerbund) in einem Prunkwagen fuhr und frische Papierrosen an die Zuschauerinnen und Zuschauer verteilte. Dicht dahinter folgte das Ruhrkohleorchester als musikalische Speerspitze.

An der Ehrentribüne Am Buschmannshof in Wanne-Mitte verfolgten zahlreiche Prominente das Geschehen. Unter den Gästen von Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda befand sich unter anderem Julia Brächter, die neue Vorsitzende des Herner Stadtsportbundes, die den Umzug gemeinsam mit ihrem Vorgänger Hans Peter Karpinski kommentierte. Radio-Herne-Moderator Oliver Grabowski führte durch das Programm vor Ort und resümierte angesichts der dicht gedrängten Menschenmengen treffend: „So voll war es nie!“ Auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) begleitete das Treiben erneut mit einer öffentlichen Live-Übertragung.

Zugleiterin Michaela Konietzka, die ihre Premiere in dieser Rolle feierte, zog ein durchweg positives Fazit. Entlang der gesamten Route sei ohne nennenswerte Lücken und Verzögerungen gesungen, getanzt und gefeiert worden. Besonders Kinder profitierten vom reichlich geworfenen Wurfmaterial. Neben Dauerbrennern wie dem Kirmesklassiker „Der Mond von Wanne-Eickel“ und dem Partyhit „Wackelkontakt“ von Oimara fielen in diesem Jahr auch erstmals vermehrt computergenerierte Musikstücke auf. Nach etwa 100 Minuten Durchlaufzeit pro Standort löste sich der Zug ab 13:55 Uhr am Kirmesgelände reibungslos auf. Den geschäftigen Schlusspunkt setzte das Team von Entsorgung Herne, das direkt hinter dem letzten Festwagen mit den Reinigungsarbeiten begann.

Jury wählt die kreativsten Gruppen und Wagen

Eine dreiköpfige Fachjury – bestehend aus Cordelia Neige (Büro für Gleichstellung und Vielfalt der Stadt Herne), Schausteller Ingo Bauermeister sowie Kirmes-Pressesprecher Jochen Schübel – bewertete die Umzugsteilnehmer hinsichtlich Kreativität, Idee und Umsetzung. Viele Gruppen griffen dabei das offizielle Kirmesplakat-Motto „Die galaktische Cranger Kirmes“ auf. Für Staunen sorgte unter anderem ein Bus von Sontowski-Reisen, der die Jurymitglieder live abfilmte und die Bilder direkt auf Bildschirme am Fahrzeug übertrug.

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Weitere Informationen

Nach eingehender Beratung gab die Jury die Gewinnerinnen und Gewinner der begehrten Prämien bekannt:

Kategorie Mottowagen

  • 1. Platz (500 Euro): Kohlensportclub (KSC) Herne 13 mit dem einstimmig prämierten Thema „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“ in Anlehnung an Schlagersänger Wolfgang Petry.

  • 2. Platz (350 Euro): Die Wanner Mädels und Jungs unter dem Motto „Crange ist nur einmal im Jahr“.

  • 3. Platz (200 Euro): Stadt Herne (Fachbereich 12-Ausbildung) mit dem Motiv „Offene Türen für Talente“.

Kategorie Fußgruppen

  • 1. Platz (500 Euro): Bürgerschützenverein (BSV) Holthausen, dessen Mitglieder als Außerirdische in Autoscooter-Kostümen verkleidet überzeugten.

  • 2. Platz (350 Euro): Die Initiative „Engel ohne Grenzen“, die als kosmische Helfer in der „Mission Kinderlachen“ auftrat.

  • 3. Platz (200 Euro): Die Showtanzgruppe Herne ’87 mit ihrer Choreografie „Über die Milchstraße zur galaktischen Cranger Kirmes“.

Die Preisgelder fließen erfahrungsgemäß größtenteils direkt in den anschließenden gemeinsamen Bummel der Vereine über den Kirmesplatz zurück.