Gelsenkirchen im Wandel: Moderne Quartiere und grüne Zukunftspläne
Presserundgang „Am Buerschen Waldbogen 8 Ort: Treffpunkt Quartiersplatz vor der Kita Sonneninsel

(c) Gerd Kaemper

In Gelsenkirchen tut sich einiges in Sachen Stadtentwicklung. Während im Norden mit dem „Buerschen Waldbogen“ ein wegweisendes ökologisches Wohngebiet fertiggestellt wurde, entwickeln die Bürger in Horst gemeinschaftlich Ideen für ein grüneres Stadtteilklima.

Die Stadt Gelsenkirchen setzt konsequent auf eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadtgestaltung. Zwei aktuelle Projekte zeigen, wie moderne Urbanität, ökologische Verantwortung und Bürgerbeteiligung Hand in Hand gehen können. Im Stadtteil Buer nähert sich nach zehn Jahren Planungs- und Bauzeit ein Vorzeige-Wohnquartier seiner Vollendung, das neue Maßstäbe beim klimafreundlichen Wohnen setzt. Gleichzeitig engagieren sich im Gelsenkirchener Süden Bürgerinnen und Bürger aktiv für eine grüne Transformation ihrer Nachbarschaft.

Nachhaltiges Wohnen: Der „Buersche Waldbogen“ vor der Fertigstellung

Zehn Jahre nach der Baurechtschaffung steht das ambitionierte Neubaugebiet „Am Buerschen Waldbogen“ kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Die Nachfrage nach den Grundstücken im Stadtnorden war von Beginn an riesig. Durch die harmonische Lage im Grünen bei gleichzeitiger Nähe zum beliebten Stadtteil Buer zog das Quartier auch viele Menschen von außerhalb an – rund 35 Prozent der neuen Eigenheimbesitzer sind erst durch dieses Projekt nach Gelsenkirchen gezogen. Oberbürgermeisterin Andrea Henze freut sich bei einer Besichtigung vor Ort über den großen Erfolg und betont, dass mit der Fertigstellung des Buerschen Waldbogens eines der bedeutendsten städtebaulichen Projekte der jüngsten Vergangenheit abgeschlossen werden konnte.

Das circa 22 Hektar große Areal bietet auf rund 12 Hektar Nettobauland reichlich Platz für modernen und vor allem nachhaltigen Wohnraum. Bis auf vier Grundstücke sind mittlerweile alle Flächen bebaut oder befinden sich in der finalen Bauphase. Insgesamt entstanden in diesem attraktiven Viertel 170 freistehende Einfamilienhäuser, 28 Doppelhaushälften sowie sieben Mehrfamilienhäuser.

Das Wohngebiet glänzt durch ein zukunftsweisendes, ökologisches Konzept. Laut Dirk Ebeling von NRW.URBAN ist bezogen auf den Wärmeverbrauch eine nahezu vollständige Nullemissions-Siedlung entstanden. Alle Wohngebäude mussten dafür die erste Förderstufe der KfW erreichen. Zudem wurde die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern für alle Bauherren verpflichtend vorgeschrieben. Auch wirtschaftlich war das Projekt für die Stadt ein voller Erfolg: Bei Erschließungs- und Grundstückskosten von rund 22 Millionen Euro konnten durch Grundstücksverkäufe Einnahmen von circa 35,7 Millionen Euro erzielt werden, sodass die Stadtentwicklungsgesellschaft mit einem Gewinn von rund 13,7 Millionen Euro direkt wieder in die Stadterneuerung investieren kann.

Prima.Klima.Horst: Bürger planen ihre grünen Lieblingsplätze

Wie Klimaanpassung im bereits bestehenden städtischen Raum gelingen kann, zeigt das Sanierungsmanagement mit dem Projekt „Prima.Klima.Horst.“. Am 9. Juli 2026 machten sich rund 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines 90-minütigen Quartiersspaziergangs auf den Weg, um das Potenzial ihres Stadtteils zu erkunden. Auf der etwa 1,5 Kilometer langen Route, die am Quartierszentrum in der Harthorststraße startete, brachten die Anwohner zahlreiche eigene Ideen ein. Im Fokus standen Orte, die im Sommer kühler, schattiger und einladender gestaltet werden können.

Zu Beginn des Rundgangs wurde der aktuelle Stand einer Machbarkeitsstudie für den Ilse-Kibgis-Platz vorgestellt, die untersucht, wie dieser zentrale Ort zu einem grünen und lebendigen Treffpunkt umgestaltet werden kann. An einer weiteren Station wurde veranschaulicht, wie selbst kleinste Baumscheiben das Stadtbild aufwerten, wobei der Entsorgungsbetrieb GELSENDIENSTE Möglichkeiten für Bürgerpatenschaften aufzeigte. Der Spaziergang endete an einem ehemaligen Ladenlokal, dessen Vorgarten bereits durch privates Engagement nachhaltig und grün umgestaltet wurde. Christian Kleinschmidt vom Sanierungsmanagement betont, wie wichtig dieser Austausch auf Augenhöhe ist, da nur im direkten Dialog mit der Nachbarschaft verstanden werden kann, was im Quartier wirklich zählt.