Hightech gegen Müllsünder: Gelsenkirchen stellt Überwachungsturm auf
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Mit Radartechnik, Infrarot und intelligenter Videoüberwachung geht die Stadt ab sofort gezielt gegen illegale Müllablagerungen vor.

Gelsenkirchen geht innovative Wege im Kampf gegen die zunehmende Vermüllung im Stadtgebiet. Nachdem die Stadt bereits in der Vergangenheit erfolgreich eine Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Radar zur Überwachung von Spielplätzen und Schulhöfen eingesetzt hat, folgt nun der nächste technische Schritt. Am heutigen Tag gab Oberbürgermeisterin Andrea Henze den offiziellen Startschuss für den ersten Einsatz eines mobilen, rechtlich ausgeklügelten Überwachungsturms. Die rund eine halbe Tonne schwere und sechs Meter hohe Hightech-Anlage soll an besonders betroffenen Depotcontainer-Standorten dafür sorgen, dass wilde Müllkippen gar nicht erst entstehen und die Arbeit des Kommunalen Ordnungsdienstes spürbar entlastet wird.

Erster Einsatzort in der Gelsenkirchener Neustadt

Der erste Standort für die mobile Überwachungseinheit befindet sich am Junkerweg 32 in der Gelsenkirchener Neustadt. Dieser Containerstandort wurde bewusst ausgewählt, da es dort in der Vergangenheit besonders häufig zu massiven Müllablagerungen kam. Das neue System kombiniert modernste Videotechnik mit Radarsensoren und einer Infrarotkamera, um Gefahren durch Vermüllung frühzeitig abzuwenden. Um den strengen Anforderungen des Datenschutzgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen gerecht zu werden, arbeitet das System mit einer automatischen Verpixelung. Die auf den Aufnahmen zu sehenden Personen sind zunächst unkenntlich und die Verpixelung darf erst dann aufgehoben werden, wenn die Videodaten als Nachweis für ein konkretes Vergehen benötigt werden.

Flexibler Einsatz an bekannten Brennpunkten

Der Überwachungsturm wird in Zukunft nicht dauerhaft an einem Ort verbleiben, sondern im wechselnden Turnus an verschiedenen Problemstellen im Stadtgebiet aufgestellt. Neben dem Junkerweg stehen bereits die Containerstandorte an der Walpurgisstraße sowie an der Achternbergstraße fest im Fokus der Behörden. Gerade an der Achternbergstraße sorgen illegal entsorgte organische Abfälle und Lebensmittelreste regelmäßig für ein massives Problem, da sie Schadnager wie Ratten anlocken. Perspektivisch ist zudem angedacht, den Turm auch in städtischen Grünanlagen einzusetzen, um dort Verstöße gegen das Grillverbot effektiver kontrollieren zu können.

Enge Verzahnung mit dem Ordnungsdienst und GELSENDIENSTEN

Die Funktionsweise des Systems basiert auf einer direkten Anbindung an die städtischen Sicherheitsstrukturen. Sobald die Sensoren des Turms verdächtige Bewegungen registrieren, werden die Daten über das Mobilfunknetz in Echtzeit an die kommunale Leitstelle für Sicherheit und Ordnung übertragen. Bei auffälligen Aktivitäten rückt der Kommunale Ordnungsdienst aus, um direkt vor Ort einzugreifen. Sollte es dennoch zu einer illegalen Müllablagerung gekommen sein, übernimmt der Entsorgungsbetrieb GELSENDIENSTE die schnelle Beseitigung des Unrats. Nach einer einjährigen Testphase wird die Stadtverwaltung bilanzieren, ob und wie sich der Einsatz des mobilen Überwachungsturms im Alltag bewährt hat.