
Besuch des Staatssekretär Lorenz Bahr
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Bei einem Arbeitsbesuch im Hans-Sachs-Haus und in Rotthausen informierte sich die Landespolitik über aufsuchende Quartiersarbeit. Im Fokus standen gelungene Bildungsangebote, Konfliktmanagement und die Forderung nach nachhaltiger Finanzierung.
Integration gelingt vor allem direkt vor Ort in den Stadtteilen – erfordert jedoch eine enge Verzahnung und verlässliche Strukturen. Um sich aus erster Hand über die kommunale Integrationsinfrastruktur sowie über aktuelle Initiativen für neuzugewanderte und geflüchtete Menschen zu informieren, besuchte Lorenz Bahr, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI), am Freitag, 22. Mai 2026, die Stadt Gelsenkirchen.
Der Landespolitiker wurde zunächst im historischen Hans-Sachs-Haus von Stadtrat Simon Nowack empfangen, dem Beigeordneten für Wirtschaftsförderung, Gelsendienste, Recht, Ordnung und Bürgerservice.
Praxis-Check in den Quartieren: Bildungsangebote und Konfliktmanagement
Gemeinsam mit Uwe Gerwin, dem Leiter des Referates Zuwanderung und Integration sowie des Kommunalen Integrationszentrums (KI) der Stadt Gelsenkirchen, führte die Route des Staatssekretärs direkt zu den operativen Akteuren vor Ort. Auf dem Programm standen Besuche bei den lokal stark verankerten Wohlfahrtsverbänden Re/init e.V. sowie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop.
Die Teams der Einrichtungen präsentierten ein breites Portfolio ihrer täglichen Arbeit. Dazu gehörten unter anderem:
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Gezielte Bildungsangebote: Spezielle Programme für Kinder und Jugendliche, die darauf ausgerichtet sind, wichtige Übergänge innerhalb der Bildungskette (wie den Wechsel von der Kita in die Grundschule oder von der Schule in den Beruf) erfolgreich zu begleiten.
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Kulturpädagogische Projekte: Maßnahmen, die auf gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und das sogenannte Empowerment abzielen.
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Quartiersbezogenes Konfliktmanagement: Initiativen, die den sozialen Zusammenhalt in den einzelnen Nachbarschaften sichern und moderieren.
Die Mitarbeitenden berichteten eindringlich, dass es in ihrer täglichen Praxis längst nicht mehr nur um reine bürokratische Beratung geht. Vielmehr schaffen die Träger wichtige Räume für persönliche Begegnungen und gegenseitiges Verständnis im Alltag. Gerade sehr niedrigschwellige Angebote erwiesen sich als essenziell, um Menschen unterschiedlicher Biografien ungezwungen zusammenzubringen.
Erfolgsfaktoren und klare Forderungen an das Land
Während des fachlichen Austauschs kristallisierten sich drei zentrale Kriterien heraus, die für den Erfolg der Arbeit in Gelsenkirchen maßgeblich sind: eine konsequente Quartiersorientierung, die aktive aufsuchende Arbeit direkt an den Haustüren sowie die muttersprachliche Ansprache der Ratsuchenden. Staatssekretär Bahr zeigte sich sichtlich beeindruckt vom großen Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte vor Ort.
Gleichzeitig verschwieg der Kommunalbesuch jedoch nicht die enormen strukturellen Herausforderungen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die freien Träger verwiesen auf stetig steigende Anforderungen bei gleichzeitig begrenzten personellen und räumlichen Ressourcen. Diskutiert wurde daher die dringende Notwendigkeit einer langfristigen, nachhaltigen Finanzierung durch das Land NRW. Nur so können Projekte flexibel und passgenau auf die spezifischen und sich wandelnden Herausforderungen der Kommunen zugeschnitten werden.
Der Abschluss des Besuchs führte die Delegation vor das AWO-Quartierszentrum im Stadtteil Rotthausen an der Schonnebecker Straße, wo das Treffen bei einem gemeinsamen Gruppenfoto mit Vertretern des Ministeriums, der Stadt, der AWO und des örtlichen Präventionsrates ausklang.
