Olympia-Pläne, IGA 2027 und Transformation
NRW Ministerpräsident Hendrik Wüst beim BMX

(c) Sebastian Sendlak

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst besucht Gelsenkirchen

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich bei einem Arbeitsbesuch in Gelsenkirchen gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Andrea Henze über zentrale Zukunftsprojekte der Stadt informiert. Auf der Agenda standen neben der Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele auch die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027, wegweisende Stadtentwicklungsprojekte sowie die industrielle Transformation im Gelsenkirchener Klimahafen.

Olympia-Schwimmen in der VELTINS-Arena und Athleten-Dorf im Berger Feld

Erste Station des Rundgangs war die VELTINS-Arena, in der Wüst und Henze unter anderem einer Trainingseinheit des FC Schalke 04 beiwohnten. Im Mittelpunkt stand die Rolle der Arena als mögliche Austragungsstätte für die olympischen und paralympischen Schwimm- und Sprungwettbewerbe vor rund 60.000 Zuschauern. Im Rahmen des Termins gab es eine positive Überraschung: Sollte der Zuschlag erfolgen, werden die teilnehmenden Athletinnen und Athleten direkt in Gelsenkirchen übernachten. Zwar verbleibt das zentrale Olympische Dorf in Köln, auf Wunsch der Fachverbände wird im Berger Feld jedoch ein „kleines Olympisches Dorf“ mit direkter Übernachtungs- und sportmedizinischer Betreuungsinfrastruktur eingerichtet. Die frühere Olympia-Medaillengewinnerin Anne Poleska lobte die kurzen Wege zwischen Wettkampfstätte und Ruhezonen. Oberbürgermeisterin Henze verwies auf die bewährte Großveranstaltungskompetenz der Stadt und den starken Rückhalt in der Bevölkerung, die sich mit fast einer Dreiviertelmehrheit für die Bewerbung ausgesprochen hatte.

Wohnungsbau statt Schandfleck: Neubau an der Emil-Zimmermann-Allee

An der Emil-Zimmermann-Allee 1 besichtigten Wüst und Henze die Transformation einer langjährigen Problemimmobilie. Nach einem bundesweit beachteten, mehrjährigen Rechts- und Ordnungsverfahren setzte die Stadt im März 2024 per Gerichtsbeschluss ein Rückbaugebot durch. Das über 20 Jahre verfallene Hochhaus samt Nebengebäuden wurde vollständig abgerissen. Investor Michael Türk investiert vor Ort nun rund 22 Millionen Euro in den Neubau von 41 barrierefreien Wohnungen sowie eine neue GeKita-Kindertagesstätte. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Bauvorhaben mit rund elf Millionen Euro aus Mitteln der öffentlichen Wohnraumförderung.

Klimahafen und IGA 2027 als Symbole des Strukturwandels

Im Stadthafen informierten sich die Landes- und Stadtspitze bei der Firma ZINQ über die Initiative „Klimahafen Gelsenkirchen“. Ein Verbund von 17 Unternehmen arbeitet dort an Konzepten für ein dekarbonisiertes Industrieareal. Eine Schlüsselrolle spielt das Wasserstoffprojekt H2GE, das auf einer städtischen Fläche die Errichtung eines Elektrolyseurs zur Erzeugung von grünem Wasserstoff sowie eine Wasserstoff-Tankstelle für den Schwerlastverkehr vorsieht.

Den Abschluss bildete der Zukunftsgarten Gelsenkirchen im Vorfeld der Internationalen Gartenausstellung 2027. Vor Ort entsteht mit dem „Greentower“ – einem aufwendig begrünten ehemaligen Kohlenbunker mit Gastronomie im Erdgeschoss und öffentlich zugänglicher Aussichtsplattform – eine weithin sichtbare Landmarke klimagerechter Architektur. Ministerpräsident Wüst zeigte sich beeindruckt vom Reformtempo der Ruhrgebietsstadt und bescheinigte Gelsenkirchen eine Vorbildfunktion bei der Bewältigung urbaner und industrieller Transformationsaufgaben.