Raffinerie Gelsenkirchen: bp plant Verkauf an Klesch-Gruppe
Scholven

(c) Sebastian Sendlak

Der Energiekonzern bp will seine Raffinerie in Gelsenkirchen verkaufen. Käufer soll die Klesch-Gruppe werden. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Der Mineralölkonzern bp hat eine Vereinbarung zum Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen geschlossen. Käufer ist die Klesch-Gruppe, ein unabhängiger Betreiber von Raffinerien in Europa.

Der Verkauf ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. bp plant, sein Portfolio zu vereinfachen und Kosten deutlich zu senken.

Teil einer umfassenden Sparstrategie

Nach Angaben des Unternehmens sollen bis 2027 strukturelle Kostensenkungen von bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar erreicht werden.

Der Standort in Gelsenkirchen spielt dabei eine zentrale Rolle. Hier sollen Einsparungen von rund einer Milliarde US-Dollar realisiert werden.

Einer der größten Raffineriestandorte Deutschlands

Die Raffinerie zählt zu den größten integrierten Anlagen ihrer Art in Deutschland. Sie verarbeitet jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl.

Produziert werden vor allem Kraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr. Darüber hinaus liefert der Standort wichtige Vorprodukte für die petrochemische Industrie in Europa.

Beschäftigte wechseln zum neuen Eigentümer

Die Verkaufsvereinbarung umfasst die Ruhr Oel GmbH sowie weitere Geschäftsbereiche, darunter auch das Tanklager in Bottrop.

Rund 1.800 Beschäftigte arbeiten aktuell am Standort. Sie sollen mit Abschluss der Transaktion zur Klesch-Gruppe wechseln. Betroffen sind neben der Raffinerie auch Mitarbeitende in Logistik und Vertrieb.

Abschluss für 2026 geplant

Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 angestrebt.

Mit der Übernahme stärkt die Klesch-Gruppe ihre Position im europäischen Raffineriesektor. Für den Standort Gelsenkirchen beginnt damit eine neue Phase unter veränderter Eigentümerstruktur.