Stadt Gelsenkirchen erhält Vereinbarkeitsprädikat für Beruf und Pflege
Vereinbarkeitspraedikat

(c) Anna-Lena Karl - Regionalagentur Emscher-Lippe

Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen ist für ihren engagierten Einsatz bei der Vereinbarkeit von Beruf und häuslicher Pflege ausgezeichnet worden.

Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, nahm eine städtische Delegation das begehrte Vereinbarkeitsprädikat der WiN Emscher-Lippe GmbH entgegen. Der Preis würdigt Arbeitgeber in der Emscher-Lippe-Region, die betroffenen Beschäftigten in herausfordernden Pflegesituationen gezielte Unterstützung und flexible Rahmenbedingungen bieten.

Den Preis nahmen Hasan Sahin und Dana Kopania vom Personalrat der Stadtverwaltung sowie Asmaa El Makhoukhi-Mekkaoui, die Leiterin der Gleichstellungsstelle, entgegen.

„Die Auszeichnung mit dem Vereinbarkeitsprädikat macht uns stolz und bestätigt uns auf unserem Weg, den wir konsequent weitergehen werden. Wer seine Mitarbeitenden in herausfordernden Lebenssituationen unterstützt, investiert nicht nur in Menschen – sondern in die Zukunft der gesamten Verwaltung. Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen zeigt: Beruf und Pflege lassen sich vereinbaren“, betonte Asmaa El Makhoukhi-Mekkaoui anlässlich der Übergabe.

Pionierrolle in NRW: Von Pflegeguides bis zum Beratungsnetzwerk

Die Würdigung markiert einen Meilenstein einer mehrjährigen Entwicklung: Bereits im Mai 2023 trat Gelsenkirchen als erste Kommunalverwaltung in Nordrhein-Westfalen dem Landesprogramm „Pflege und Beruf“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) bei und unterzeichnete die dazugehörige Charta.

Seither hat die Stadtverwaltung tragfähige Hilfsangebote etabliert:

  • Pflegeguides als Ansprechpersonen: Fünf speziell geschulte Mitarbeitende stehen Kolleginnen und Kollegen als vertrauliche Erstkontaktstelle bei allen Fragen rund um Pflegefalle zur Seite.

  • Beratung über die Grenzen hinaus: Durch eine Vereinbarung mit der städtischen Beratungsstelle „PFAD“ (Spezialisten für Pflege, Alter und Demenz) erhalten auch auswärtig wohnende Mitarbeitende professionelle Unterstützung.

  • Führungskräfte-Schulungen: In zielgerichteten Workshops wurden Führungskräfte für ihre Fürsorgepflicht sensibilisiert.

  • Flexibilität & Prävention: Ergänzend bieten flexible Arbeitszeiten, mobile Homeoffice-Regelungen, Intranet-Informationen und das Gesundheitsportal „Evermood“ schnelle Entlastung.

Ausblick: Ausbau der Hilfen im laufenden Betrieb

Die Entwicklungsarbeit ruht jedoch nicht auf der Auszeichnung. In Zusammenarbeit mit dem Personalrat und der Gleichstellungsstelle befindet sich die Verwaltung derzeit in einem Coaching-Prozess, um weitere Angebote zu schaffen. Geplant sind neue Austauschforen für Betroffene, Best-Practice-Analysen sowie Erfahrungsberichte aus der Belegschaft. Dadurch sollen unvorbereitet betroffene Beschäftigte künftig noch schneller Orientierung und Rückhalt finden.

Mit der Vergabe des Prädikats setzt die WiN Emscher-Lippe GmbH ein wichtiges Signal für die gesamte Region, um weiteren Unternehmen und Behörden Mut für familien- und pflegefreundliche Strukturen zu machen.