Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt Produktion in Gelsenkirchen
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Thyssen Krupp

Thyssenkrupp Electrical Steel wird die Produktion an seinen Standorten Gelsenkirchen und Isbergues ab Mitte Dezember bis zum Jahresende aussetzen. Das Unternehmen reagiert damit auf deutlich gestiegene Niedrigpreisimporte, vor allem aus Asien. Sie haben nach Unternehmensangaben zu einer starken Unterauslastung der Anlagen geführt.

Auch im neuen Jahr bleibt die Lage angespannt. Der französische Standort Isbergues soll ab Januar für mindestens vier Monate nur mit halber Kapazität arbeiten. Der Markt für kornorientiertes Elektroband steht laut Unternehmen unter Druck, weil sich die Importmengen seit 2022 verdreifacht haben. 2025 seien sie erneut deutlich angestiegen und lägen oft unter den durchschnittlichen Produktionskosten in der EU.

Kornorientiertes Elektroband gilt als Schlüsselmaterial für Transformatoren in Energieanlagen. Der Werkstoff wird für den Stromtransport genutzt und ist damit für die Energiewende von Bedeutung. Thyssenkrupp zählt zu den wenigen europäischen Produzenten hochspezialisierter Güten und sieht rund 1.200 Arbeitsplätze gefährdet.

Marie Jaroni, CEO von Thyssenkrupp Steel Europe, betont die Bedeutung der europäischen Produktion und fordert wirksame Handelsschutzmaßnahmen. Sie sollen den Standort schützen und zugleich die Unternehmen in der Wertschöpfungskette entlasten, die ebenfalls unter dem Preisdruck leiden.

Das Unternehmen sieht langfristig steigenden Bedarf. Marktstudien zufolge wächst der globale Bedarf bis 2050 deutlich.