
Bombe
Großeinsatz in Hagen verläuft ohne Zwischenfälle. Volker Lenz und sein Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Arnsberg sichern die Fundstelle. Warum das Ordnungsamt bei der Information der Bürger auf absolute Präzision statt Schnelligkeit setzt.
Aufatmen im Hagener Stadtteil Boelerheide: Die am Dienstagvormittag, 23. Juni 2026, gefundene 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft worden [cite: Das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg rund um Volker Lenz hat die 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Herderstraße erfolgreich entschärft., Die Fliegerbombe war heute Morgen im Rahmen von geplanten Kampfmittelräumarbeiten gefunden worden.]. Der gefährliche Blindgänger war im Rahmen von im Vorfeld geplanten Kampfmittelräumarbeiten im Bereich der Herderstraße entdeckt worden und machte eine großflächige Räumung des umliegenden Wohngebiets erforderlich [cite: Die Fliegerbombe war heute Morgen im Rahmen von geplanten Kampfmittelräumarbeiten gefunden worden., Das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg rund um Volker Lenz hat die 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Herderstraße erfolgreich entschärft.]. Dank des koordinierten Zusammenspiels zahlreicher Rettungs- und Sicherheitskräfte konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg rund um den erfahrenen Entschärfer Volker Lenz am Nachmittag schnell Entwarnung geben.
Reibungslose Evakuierung und Betreuung im Schulzentrum Boelerheide
Der Fund der schweren Fliegerbombe löste umgehend eine komplexe Evakuierungsmaßnahme im betroffenen Quartier aus. Insgesamt mussten rund 1.000 Anwohnerinnen und Anwohner für die Dauer der Entschärfung ihre Häuser und Wohnungen verlassen [cite: Bei der Evakuierung von rund 1.000 Anwohnerinnen und Anwohnern waren rund 250 Einsatzkräfte vom Ordnungsamt der Stadt Hagen, der Feuerwehr Hagen, der Polizei Hagen, dem Technischen Hilfswerk, der Hagener Straßenbahn und verschiedener Hilfsorganisationen im Einsatz.]. Um diesen Kraftakt logistisch zu bewältigen, waren rund 250 Einsatzkräfte zeitgleich im Dienst. Das Aufgebot setzte sich aus Mitarbeitern des Ordnungsamtes der Stadt Hagen, der Feuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Hagener Straßenbahn zusammen [cite: Bei der Evakuierung von rund 1.000 Anwohnerinnen und Anwohnern waren rund 250 Einsatzkräfte vom Ordnungsamt der Stadt Hagen, der Feuerwehr Hagen, der Polizei Hagen, dem Technischen Hilfswerk, der Hagener Straßenbahn und verschiedener Hilfsorganisationen im Einsatz.].
Die Evakuierung verlief laut offiziellen Angaben der Stadtverwaltung absolut diszipliniert und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Für Bürger, die während der Sperrung nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, wurde eine temporäre Sammelunterkunft im nahegelegenen Schulzentrum Boelerheide eingerichtet [cite: Rund 80 Personen sind während der Evakuierung im Schulzentrum Boelerheide untergekommen und wurden von Mitarbeitenden der Hilfsorganisationen Malteser, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter und Arbeiter-Samariter-Bund betreut.]. Insgesamt rund 80 Personen nutzten dieses Angebot und wurden vor Ort von den Hilfsorganisationen des Malteser Hilfsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) medizinisch sowie psychosozial betreut und verpflegt [cite: Rund 80 Personen sind während der Evakuierung im Schulzentrum Boelerheide untergekommen und wurden von Mitarbeitenden der Hilfsorganisationen Malteser, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter und Arbeiter-Samariter-Bund betreut.].
Thomas Lichtenberg, Leiter des Hagener Ordnungsamtes, fand nach dem erfolgreichen Abschluss des Einsatzes lobende Worte für die Taskforce:
„Ich möchte mich bei allen Beteiligten ganz herzlich für die großartige Zusammenarbeit bedanken. Mein herzlicher Dank gilt auch den Kolleginnen und Kollegen der Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH und des Hagener Entsorgungsbetriebs für die Unterstützung!“ — Thomas Lichtenberg, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Hagen [cite: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten ganz herzlich für die großartige Zusammenarbeit bedanken“, so Thomas Lichtenberg, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Hagen., „Mein herzlicher Dank gilt auch den Kolleginnen und Kollegen der Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH und des Hagener Entsorgungsbetriebs für die Unterstützung!“]
Hintergrund: Warum informiert das Ordnungsamt erst so kurzfristig?
Nach Bombenfunden kommt in der Bevölkerung regelmäßig die Frage auf, warum die Behörden oft erst sehr spontan an die Öffentlichkeit gehen. Im Stadtgebiet von Hagen existieren aktuell über 140 offizielle Verdachtspunkte, die durch die intensive Auswertung historischer Luftbilder aus der direkten Nachkriegszeit ermittelt wurden. An all diesen Stellen könnten potenziell gefährliche Blindgänger tief im Erdreich schlummern.
Das Ordnungsamt lässt diese neuralgischen Punkte sukzessive und nach Bedarf durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst punktuell untersuchen. Die Praxis zeigt jedoch: Rund 90 Prozent dieser Verdachtspunkte erweisen sich nach der Öffnung des Bodens als harmlos – es befindet sich dort schlicht keine Bombe. Erst wenn das Erdreich physisch geöffnet wurde und entsprechende Detektionsbohrungen stattgefunden haben, herrscht endgültige Gewissheit [cite: Erst nach Öffnung des Erdreiches und entsprechenden Bohrungen, erfährt das Ordnungsamt, ob sich der Verdacht bestätigt – eine Entschärfung ist, wie im Kampfmittelrecht vorgegeben, zwecks Gefahrenabwehr noch am gleichen Tag vorzunehmen.].
Bestätigt sich der Ernstfall, greift eine unumstößliche Kette rechtlicher und logistischer Zwänge:
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Rechtlicher Handlungszwang: Das geltende Kampfmittelrecht schreibt im Sinne der akuten Gefahrenabwehr zwingend vor, dass eine verifizierte Weltkriegsbombe noch am exakt selben Tag entschärft werden muss.
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Dynamische Radien: Welcher Evakuierungsradius um den Fundort gezogen werden muss, entscheidet sich erst sekundengenau nach der Bestimmung von Art, Kaliber und exakter Lage des Zünders sowie der umgebenden städtischen Topographie. Die Radien schwanken hierbei erheblich zwischen 250 Metern und weit über 500 Metern.
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Vermeidung von Unruhe: Würde die Stadt Hagen bereits bei jedem vagen Anfangsverdacht Warnmeldungen herausgeben, würde dies im Großteil der Fälle zu unbegründeter Panik, Fehlalarmen und massiver Unruhe in der Bevölkerung führen. Zudem könnten Schaulustige die hochsensible Arbeit der Entschärfer vor Ort massiv behindern. Die breite Öffentlichkeit wird daher konsequent erst dann alarmiert, wenn absolut verlässliche Daten und der konkrete Zeitplan feststehen.
Ausnahme sensible Einrichtungen: Eine wichtige Ausnahme gibt es im städtischen Krisenmanagement jedoch [cite: Betroffene Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, aber auch Gewerbebetriebe und weitere Einrichtungen, deren Räumung eine besondere Herausforderung darstellt, informiert das Ordnungsamt der Stadt Hagen im Vorfeld.]. Institutionen, deren Evakuierung aufgrund von logistischen Hürden oder immenser Verantwortung eine lange Vorlaufzeit benötigt – wie Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Seniorenheime oder große Industriebetriebe –, werden vom Ordnungsamt der Stadt Hagen bereits im Vorfeld der Grabungen vertraulich informiert, um im Ernstfall sofort handlungsfähig zu sein [cite: Betroffene Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, aber auch Gewerbebetriebe und weitere Einrichtungen, deren Räumung eine besondere Herausforderung darstellt, informiert das Ordnungsamt der Stadt Hagen im Vorfeld.].
