Wirtschaft in Südwestfalen gewinnt an Zuversicht
Dr. Ralf Geruschkat, Burkhard Blesel, Britta Hölper, Marc Simon, 05.02 (4)

(c) Hendrik Klein

SIHK zu Hagen stellt neue Konjunkturumfrage vor

Die Stimmung in der südwestfälischen Wirtschaft hellt sich leicht auf. Die Erwartungen der Unternehmen erreichen den höchsten Stand seit drei Jahren. Trotzdem bleibt die aktuelle Geschäftslage vielfach angespannt. Das zeigt die neue Konjunkturumfrage der SIHK zu Hagen. An der Erhebung beteiligten sich 490 Unternehmen aus der Region.

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) sieht erste Anzeichen einer Stabilisierung. Zwar berichten viele Betriebe weiterhin von schwierigen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig blicken sie deutlich zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Der Geschäftsklimaindex steigt spürbar an. Von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein.

Geschäftsklimaindex steigt deutlich

Der SIHK-Geschäftsklimaindex legte im Vergleich zur Vorumfrage um sieben Punkte auf 91 Zähler zu. Damit erreicht er den höchsten Wert seit drei Jahren. „Die vierjährige Phase mit mehr Skepsis als Optimismus scheint überwunden“, sagte SIHK-Referent Julian Pflichtenhöfer. Große Wachstumssprünge seien jedoch nicht zu erwarten.

Als größte Risiken für die Unternehmen nennt die SIHK eine schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeits-, Energie- und Rohstoffkosten sowie eine rückläufige Auslandsnachfrage. Entlastungen gebe es dagegen beim Fachkräftemangel. Auch die Verkehrsinfrastruktur werde durch den Neubau der Rahmedetalbrücke punktuell stabilisiert.

Mittelstand zeigt sich anpassungsfähig

Britta Hölper, Vorsitzende des SIHK-Ausschusses für Industrie, Umwelt und Energie, betonte die Widerstandskraft des Mittelstands. „Wir haben einen resilienten, anpassungsfähigen Mittelstand“, sagte die Unternehmerin aus Altena. Nun müsse Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Genannt wurden Planungssicherheit, Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Energiepreise.

Kritisch bleibt der Zustand von Straße und Schiene. Marc Simon, Vorsitzender des SIHK-Verkehrsausschusses, verwies auf zurückgestellte Investitionen in der Region. Zwar sorge die Wiedereröffnung der A45 für Entlastung. Insgesamt bleibe die Infrastruktur jedoch ein Standortnachteil. Zusätzlich belaste der Mangel an Lkw-Fahrern die Logistikbranche.

Handel fordert attraktivere Innenstädte

Auch der Handel steht weiter unter Druck. Trotz steigender Passantenfrequenzen bleibe die Umsatzentwicklung verhalten, erklärte der Hagener Unternehmer Burkhard Blesel. Er fordert saubere, sichere Innenstädte, abgestimmte Einzelhandelskonzepte und attraktive Veranstaltungen. Nur so ließen sich Zentren langfristig beleben.

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat sieht positive Signale, warnt aber vor zu viel Optimismus. „Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß“, sagte er. Die Region müsse Kraft und Mut aufbringen, um sich neu aufzustellen. Zukunftsorientierte Investitionen seien dafür entscheidend.

Der vollständige Konjunkturbericht ist auf der Website der SIHK abrufbar. Kontakt: Julian Pflichtenhöfer, julian.pflichtenoefer@hagen.sihk.de, Tel. 02331/390-206.