
Am Ende des Schweigens
Foto: Andreas Buck
Das Westfälische Landestheater bringt einen bekannten Roman von Charlotte Link erstmals auf die Bühne. Im Kurhaus steht ein psychologisch geprägter Theaterabend auf dem Spielplan.
Am Mittwoch, 21. Januar, zeigt das WLT um 19.30 Uhr im Kurhaus die Bühnenfassung von „Am Ende des Schweigens“. Grundlage ist der gleichnamige Roman von Charlotte Link aus dem Jahr 2003. Die Inszenierung entstand in enger Abstimmung mit der Autorin. Regie führt Karin Eppler. Im Mittelpunkt steht weniger der klassische Kriminalfall als die psychologische Spannung zwischen den Figuren.
Die Handlung führt auf ein abgelegenes Anwesen in Yorkshire. Drei befreundete Paare verbringen dort seit Jahren gemeinsam ihren Urlaub. Neu in der Runde ist Jessica, die erst seit kurzer Zeit dazugehört. Was als Rückzugsort gedacht ist, wird zunehmend zum Schauplatz von Misstrauen und Unsicherheit.
Ein Fremder bringt Unruhe
Die scheinbare Ruhe endet mit dem Auftauchen eines unbekannten Mannes. Er wirkt verwahrlost, nervös und aggressiv. Mehrfach wird er in der Nähe des Grundstücks gesehen. Schließlich taucht er vor dem Haus auf und erhebt Anspruch auf das Anwesen. Er bezeichnet sich als übergangenen Erben. Die Gruppe weist ihn ab und schickt ihn fort.
Wenige Tage später kehrt Jessica von einem Spaziergang zurück. Das Anwesen liegt in unheimlicher Stille. Kurz darauf macht sie eine grausame Entdeckung: Ihre Freundin Patricia liegt tot vor dem Haus. Im Gebäude finden sich weitere Opfer. Drei Personen überleben das Verbrechen, doch ihre Aussagen lassen viele Fragen offen. Der mutmaßliche Täter verfügt über ein Alibi.
Regisseurin Karin Eppler rückt die inneren Konflikte der Figuren in den Mittelpunkt. Die Inszenierung konzentriert sich auf unausgesprochene Spannungen, Misstrauen und verdrängte Geheimnisse innerhalb der Gruppe. Ein reduziertes Bühnenbild, gezielte Lichtwechsel, Musik und filmische Elemente verstärken die dichte Atmosphäre. Das Publikum wird bewusst zum Miträtseln eingeladen.
Charlotte Link zählt seit Jahrzehnten zu den meistgelesenen deutschen Krimiautorinnen. „Am Ende des Schweigens“ wurde 2004 für den Deutschen Bücherpreis nominiert und 2006 vom ZDF verfilmt. Mit der Theateradaption erhält der Stoff nun eine neue künstlerische Perspektive.
