Illegale Stunts im CreativRevier: BMW schleudert Betonplatte in Zuschauer
Hamm Heinrich Robert

(c) RVR /Hans Blossey

Nach einem gefährlichen „Burnout“ auf einem Tuningtreffen in Hamm-Herringen ermittelt die Kriminalpolizei wegen fahrlässiger Körperverletzung. Ein Video dokumentiert den dramatischen Moment.

Ein vermeintlich spektakulärer Stunt auf einem Tuningtreffen im Hammer Stadtteil Herringen hat ein juristisches Nachspiel und beschäftigt nun die Verkehrsermittler der Kriminalpolizei. Nach einem gefährlichen Vorfall auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Ost (CreativRevier Heinrich Robert) am Samstag, 16. Mai 2026, ermittelt die Polizei Hamm wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

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Brutaler Reifen-Burnout: Schwere Betonplatte wird zum Geschoss

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen versammelte sich am besagten Samstag die Tuningszene auf dem historischen Zechengelände. Im Zuge des Treffens kam es zu einer folgenschweren Aktion: Der Fahrer eines weißen BMW ließ auf dem Untergrund die Reifen seines Wagens absichtlich so stark durchdrehen, dass massiver Rauch entstand – ein in der Szene sogenannter „Burnout“.

Was der Fahrer und die umstehenden Schaulustigen offenbar unterschätzten, waren die enormen Fliehkräfte und der Zustand des Zechenbodens. Auf verschiedenen Videosequenzen, die der Polizei Hamm mittlerweile vorliegen und von den Beamten akribisch ausgewertet wurden, ist das Drama genau dokumentiert: Durch die enorme Krafteinwirkung der rotierenden Reifen löste sich eine schwere Betonplatte aus dem Bodenbelag. Der Reifen des weißen BMW erfasste das Bauteil und schleuderte die Betonplatte wie ein Geschoss direkt nach hinten in eine dicht gedrängte Menschenmenge, die unmittelbar hinter dem Heck des Fahrzeugs stand.

Polizei sucht verletzte Tuning-Fans und weitere Videoaufnahmen

Nach ersten Erkenntnissen und Zeugenaussagen sollen durch das herumfliegende Trümmerteil mehrere Personen in der Zuschauermenge getroffen und verletzt worden sein. Das Problem für die Ermittler: Viele der Betroffenen verließen den Vorfallort offenbar im Anschluss, ohne den Unfall polizeilich oder medizinisch vor Ort erfassen zu lassen.

Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen und richtet nun einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit. Personen, die bei dem Tuningtreffen am 16. Mai durch den weggeschleuderten Gegenstand verletzt wurden, sowie Augenzeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder im Besitz von weiteren Videoaufnahmen (z.B. Handyvideos oder Dashcams) sind, werden gebeten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Polizei Hamm jederzeit telefonisch unter der Rufnummer 02381 / 916-0 oder per E-Mail unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.