Ab ins Weltall mit Christopher Ferguson
Raumfahrtabend im Mondpalast Herne mit Chris Ferguson

(c) Sebastian Sendlak

Ein Hauch von Cape Canaveral wehte durch das Ruhrgebiet, als der Countdown im Saal lautstark heruntergezählt wurde. Der US-Astronaut Christopher J. Ferguson feierte im ausverkauften Mondpalast Wanne-Eickel seine Deutschland-Premiere.

Nach einem Trailer über die bemannte Raumfahrt betrat ein Mann die Bühne, der deutsche Erde zuvor noch nie betreten hatte. Christopher J. Ferguson bot den begeisterten Raumfahrtfans einen Abend, der astronomisches Wissen mit der ehrlichen Herzlichkeit des Ruhrgebiets verband. Die Erfinder und Macher Christopher Methler und Michael Wurst hatten dem Publikum für dieses besondere Event eine waschechte Stadion-Atmo versprochen. Bei der stürmischen Ankündigung rutschte Moderator Michael Wurst passenderweise ein „Willkommen in Bochum“ heraus, was die Zuschauer im Saal amüsierte. Methler, der den Abend erfunden hat und selbst ein riesiger Weltraum-Fan ist, strahlte über das rundum gelungene Event.

Christopher J. Ferguson feiert emotionale Deutschland-Premiere im Mondpalast

Michael Wurst betonte zudem, dass ein solches Spektakel ohne starke Partner überhaupt nicht möglich wäre. Da Christopher J. Ferguson ein Native-Speaker ist, unterstützten Sina und Robin als Dolmetscher das Gespräch auf der Bühne. Der US-Astronaut bewies jedoch sofort lokalen Humor und stellte klar, dass er genau weiß, in welcher Stadt er sich gerade befindet. „Ich weiß, ich bin Herne“, sagte der sympathische Gast unter großem Applaus in die Menge. 

„Jeder hier ist so freundlich“, schwärmte er von der Gastfreundschaft der Menschen im Ruhrgebiet. In seiner Keynote konzentrierte er sich auf 3 Themen, beginnend mit seiner Arbeit bei der Navi bis hin zum Astronauten. Die Raumfahrt war immer sein absoluter Traumjob, für den er insgesamt dreimal im Weltall war. Vor den gefährlichen Weltallmissionen hatte er erstaunlicherweise keine Angst, sondern nur, wenn er nachts auf einem Flugzeugträger landen musste. In seinem Vortrag ging Ferguson auch auf die Zeit im All ein: „Auf der ISS erforschen die Crews vor allem, wie der menschliche Körper im All überleben kann.“

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Spannende ISS-Experimente und das Recycling von Wasser im Weltall

Aktuell laufen dort oben rund 50 Experimente parallel, um wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Weil Wasser auf der ISS extrem schwer und wertvoll ist, muss alles mühsam selbstgemacht werden. Ein spezielles System kann Wasser auf der ISS recyceln, sodass selbst die Ausscheidungen des menschlichen Körpers wiederverwertet werden können. In der Fragerunde am Ende des Abends wollte Julian Schäfer aus Hattingen wissen, welchen Rat Ferguson jungen Menschen für die Astronautenkarriere geben kann. Der Commander empfahl einen 3-Stufen-Prozess, bei dem man unbedingt in der Schule bleiben und sich in Richtung Wissenschaft, Ingenieurwissenschaft oder Mathematik bewegen sollte, ehe viel Glück dazukommen muss um „einer von sehr Wenigen“ zu sein, die ausgewählt werden.

Wichtig sei aber auch ein Backup-Plan, da er selbst drei Versuche brauchte, um endlich akzeptiert zu werden. Zudem müsse man beim Interview einen persönlichen Blickwinkel haben, um aus der Masse herauszustechen. „Ich glaube immer noch, dass ich als Astronaut genommen wurde, obwohl man den Anschein hatte, dass man für die Astronautenband einen Schlagzeuger benötigte, aber ich bin ein Astronaut“, scherzte er über seine eigene Auswahl. Der Übersetzer ergänzte für das Publikum, dass man nach der Schule am besten in die MINT-Fächer gehen sollte, um Naturwissenschaft oder Maschinenbau zu studieren, während man gleichzeitig seine anderen Talente wie Musik oder Sport pflegt.

Junge Raumfahrtfans fragen den Astronauten nach Raketenstarts und Landungen

Der junge Elias fragte anschließend auf Englisch, wie eine Rakete eigentlich sicher landet. Ferguson erklärte, dass es traditionell drei Wege gibt, darunter die Landung unter einem Fallschirm oder das kontrollierte Zünden der SN-Motoren. Übersetzerin Sina erläuterte dem Saal die Details und erwähnte die Wasserung, so wie SpaceX es macht, irgendwo im Atlantik. Neben der Landung auf einer Landebahn wie beim Space Shuttle gewinnen moderne, rückkehrbare Systeme wie die Falcon 9 oder die X-37B von Boeing heute immer mehr an Bedeutung. Danach wollte noch ein Kind wissen, wie sich die Phase vom Start zur Booster-Separation anfühlt.

Ferguson schilderte lachend, dass man zwei Stunden vor dem Start auf dem Rücken mit den Füßen in der Luft liegt und die anfängliche Nervosität, die die Angst komplett verdrängt. „Kurz vor dem Start zünden die Triebwerke und hüllen die Kapsel in dichten Rauch, bevor acht riesige Bolzen gesprengt werden. Wenn die Feststoffbooster starten, fühlt sich das für die Astronauten an, wie eine kleine Explosion, gefolgt von einem rauen Pogo-Effekt, da die Rakete wie eine große Trompete vibriert“, so Ferguson. „Die Trennung der Booster im Cockpit bietet schließlich einen wunderschönen Blick, bevor der Flug plötzlich ganz leise und ruhig wird.“

Ein unvergesslicher Blick auf die explosive Trennung im Cockpit der Raumfähre

Moderator Michael Wurst lobte die klugen Fragen und scherzte in Richtung der Schüler, dass „a kick in the ass“ im Englischunterricht ab jetzt offiziell eine kleine Explosion bedeutet. Zum Abschluss fragte Jonas aus Herne nach der Vorbereitungszeit der Shuttles. Ferguson erklärte, dass früher vier bis sechs, in Spitzenjahren sogar acht Starts pro Jahr durch Züge und intensive Tests am Startplatz realisiert wurden.

Am 17.3.27 wird Chris Sembroski der nächste Gast im Mondpalast sein.