Sechs Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen
Polizei

Im Mendener Stadtteil Lendringsen ist es am Freitagnachmittag zu einem umfangreichen Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt gekommen. Auslöser war ein Kleinkind, das offenbar unangepasst gekleidet allein auf der Straße unterwegs war. In einer nahegelegenen Wohnung trafen Einsatzkräfte auf fünf weitere Kinder. Das Jugendamt nahm alle sechs Kinder vorläufig in Obhut.

Hinweis aus der Bevölkerung löst Einsatz aus

Kurz vor 15 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zur Lendringser Hauptstraße. Ein Autofahrer hatte ein verwahrlost wirkendes Kleinkind bemerkt, das für die Witterung zu leicht bekleidet war. Die Beamten konnten das Kind einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus zuordnen und betraten diese.

In den Räumen hielten sich fünf weitere Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren auf. Erziehungsberechtigte waren zunächst nicht anwesend. Aufgrund des Zustands der Kinder forderte die Polizei umgehend Rettungsdienst, Feuerwehr sowie das Ordnungsamt an.

Kinder medizinisch versorgt und untergebracht

Alle sechs Kinder wurden vor Ort ärztlich untersucht und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte bestand keine akute Lebensgefahr. Das Jugendamt der Stadt Menden begleitete die Maßnahmen, nahm die Kinder in Obhut und sorgte für ihre Unterbringung.

Auch Bürgermeisterin Manuela Schmidt war an der Einsatzstelle. „Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder wohlauf sind und zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebten“, erklärte sie. Der Fall werde nun sorgfältig geprüft und aufgearbeitet. Ihren Dank richtete sie an die Einsatzkräfte sowie an den aufmerksamen Autofahrer.

Ermittlungen eingeleitet

Im weiteren Verlauf kehrte die Mutter der Kinder zur Wohnung zurück. Bei einer Durchsuchung stellten Polizeibeamte Betäubungsmittel sicher. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung sowie wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln ein.

Aus Gründen des Jugendschutzes und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Kinder kündigten Polizei und Stadt an, vorerst keine weiteren Auskünfte zu erteilen.