Talbrücke Rahmede teilweise freigegeben
Bundeskanzler Friedrich Merz

(c) Sebastian Sendlak

Die Talbrücke Rahmede ist seit dem 22. Dezember 2025 in Teilen wieder befahrbar. Damit kehrt eine zentrale Verkehrsverbindung für Lüdenscheid und die Region Südwestfalen zurück. Der Neubau eines Teilstücks wurde schneller abgeschlossen als erwartet. Vertreter aus Bundes- und Landespolitik begleiteten die Freigabe vor Ort. Das Projekt gilt als Beispiel für beschleunigten Infrastrukturbau.

Früher als geplant wieder Verkehr auf der Brücke

Eigentlich war für den Neubau eines Teilstücks der Talbrücke Rahmede ein Zeitraum von rund fünf Jahren vorgesehen. Die Autobahn GmbH hatte zuletzt mit einer möglichen Verkehrsfreigabe im Februar gerechnet. Umso überraschender fiel der Termin kurz vor Weihnachten aus. Mit der Öffnung am 22. Dezember steht der Region eine wichtige Verkehrsader früher wieder zur Verfügung.

Im Dezember 2021 musste die Talbrücke Rahmede aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt werden. Schäden am Tragwerk machten eine weitere Nutzung unmöglich. Die Sperrung führte zu erheblichen Verkehrsproblemen in Lüdenscheid und entlang der Umleitungsstrecken. Der Fall machte bundesweit auf den Zustand vieler Brücken aufmerksam.

Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Westfalen, erinnerte bei der Eröffnung an den Moment der Sperrung: „Als ich sagen musste, dass die Brücke alternativlos gesperrt werden muss, war das hart.“

Vom Problemfall zum Referenzprojekt

Nach der Entscheidung für einen vollständigen Neubau wurden Planung und Genehmigung parallel vorangetrieben. Bereits im Januar 2023 lag das Baurecht vor. Wenige Monate später wurde die alte Brücke gesprengt. Der Neubau startete im Oktober 2023. Realisiert wird er von einer Arbeitsgemeinschaft mehrerer Bauunternehmen.

Durch funktionale Ausschreibung und abgestimmte Verfahren konnte der Bau beschleunigt werden. Politische Vertreter bewerten das Projekt inzwischen als Referenz für künftige Infrastrukturvorhaben.

Zur Freigabe kamen unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nach Lüdenscheid. Wüst sprach von einem neuen Maßstab für Umsetzungsgeschwindigkeit bei großen Bauprojekten. Merz betonte die Bedeutung der Brücke für Wirtschaft und Transportgewerbe und verwies auf verkürzte Planungsverfahren durch neue gesetzliche Regelungen.

Bundesverkehrsminister Schnieder hob die Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommune hervor. Sie habe entscheidend dazu beigetragen, dass Planung und Bau deutlich schneller vorangingen als ursprünglich vorgesehen.

Bedeutung für Region und Infrastrukturpolitik

Für Lüdenscheid und Südwestfalen bedeutet die Teilfreigabe eine spürbare Entlastung. Pendler, Unternehmen und Anwohner profitieren von kürzeren Wegen und weniger Ausweichverkehr. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer bezeichnete das Projekt als Schlüsselvorhaben mit Signalwirkung über die Region hinaus.

Auch auf Bundesebene gilt die Talbrücke Rahmede inzwischen als Leuchtturmprojekt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen auf weitere Brückensanierungen übertragen werden.

Mit der aktuellen Freigabe ist der Neubau noch nicht abgeschlossen. Der zweite Überbau in Fahrtrichtung Dortmund befindet sich im Bau und soll Anfang 2026 fertiggestellt werden. Parallel wurden angrenzende Streckenabschnitte grundhaft erneuert und weitere Brückenbauwerke neu errichtet.

Einen ausführlichen Bericht, sowie Bilder gibt es unter diesem Link