
Stadion Niederrhein, Oberhausen
(c) Sebastian Sendlak
Modernisierungsschub für die Traditionsspielstätte: Das mittlerweile 100 Jahre alte Stadion auf der Emscherinsel soll für die Anforderungen der 3. Liga fit gemacht werden. Während die Stadt Oberhausen Millionen für die Pflichtaufgaben bereitstellt, gibt es im Hintergrund bereits die Vision einer spektakulären neuen Kanaltribüne.
Der Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen stellt die Weichen für eine erfolgreiche sportliche Zukunft im Profifußball. Das Herzstück des Vereins, das geschichtsträchtige und 100 Jahre alte Stadion Niederrhein, steht vor einer umfassenden Modernisierung. Die Arena, die idyllisch auf der Emscherinsel gelegen ist, bringt grundsätzlich bereits gute strukturelle Voraussetzungen mit: Sowohl die Haupt- als auch die Gegentribüne bieten den Zuschauern ein schützendes Dach. Zudem verfügt die Anlage über eine verhältnismäßig neue, ebenfalls überdachte Stehtribüne auf der Emscherkurve.
Um jedoch die strengen Lizenzauflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu erfüllen, müssen gravierende infrastrukturelle Mängel behoben werden. Hierfür liegt ein konkreter Zwei-Stufen-Plan auf dem Tisch, der den Spagat zwischen notwendigen Pflichtaufgaben und einer mutigen Zukunftsvision wagt.
Plan 1: Die Pflichtaufgaben für die 3. Liga
Der erste Teilbereich konzentriert sich voll und ganz auf die Maßnahmen, die für einen Spielbetrieb in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zwingend erforderlich sind. Eine der markantesten Baustellen betrifft die Flutlichtanlage: Seit der Demontage eines schadhaften Mastes im Jahr 2014 verfügt das Stadion – bedingt durch die aktuelle Viertklassigkeit – nur noch über drei Flutlichtmasten. Für den Profibetrieb ist ein vierter Mast jedoch unumgänglich.
Darüber hinaus gilt es, diverse infrastrukturelle Schwachpunkte auf dem gesamten Gelände konsequent zu beseitigen. Die Stadt Oberhausen unterstützt den Verein bei dieser Herkulesaufgabe maßgeblich und stellt für die Umsetzung von Plan 1 ein Budget von 3,9 Millionen Euro zur Verfügung.
Plan 2: Die Vision einer neuen Kanaltribüne
Weitaus ambitionierter und optisch spektakulärer präsentiert sich der zweite Planungsabschnitt, der für die reine Drittliga-Zulassung zwar noch nicht zwingend notwendig ist, das Stadion jedoch nachhaltig verändern würde. Auf der bisher offenen Seite der Arena, der sogenannten Kanalkurve, soll eine hochmoderne neue Tribüne entstehen. Das Konzept sieht 3.000 komplett überdachte Zuschauerplätze, einen großzügigen VIP-Bereich sowie integrierte Büro- und Gewerbeflächen vor.
Als besonderes Highlight ist ein eigenständiges gastronomisches Angebot angedacht, das den Gästen einen direkten und unverstellten Blick auf den angrenzenden Rhein-Herne-Kanal und den Kaisergarten ermöglicht. Durch diesen Ausbau würde das charakteristische Hufeisen-Stadion zu einer geschlossenen, hochgradig zukunftstauglichen Arena komplettiert. Vorsichtige Schätzungen beziffern die Kosten für dieses Großprojekt auf rund 30 Millionen Euro – eine Summe, welche die Stadt Oberhausen finanziell nicht alleine stemmen kann.
Zeitplan und Kapazitäten: Keine Einschränkungen im Spielbetrieb
Aktuell bietet das Stadion Niederrhein Platz für insgesamt 17.165 RWO-Fans. Eine gute Nachricht gibt es für die Zuschauer bereits vor dem ersten Spatenstich: Sämtliche Modernisierungsmaßnahmen des ersten Plans können parallel zum laufenden Spielbetrieb durchgeführt werden. Die Fans müssen sich also auf keine Sperrungen oder Kapazitätseinbußen bei den Heimspielen einstellen.
Das erklärte Ziel für die Fertigstellung von Plan 1 ist die Saison 2027/2028, damit die Arena pünktlich für den angepeilten Aufstieg bereitsteht. Für den optionalen Tribünenneubau an der Kanalkurve (Plan 2) gibt es hingegen noch kein festes Zeitfenster. Wie es in diesem Punkt weitergeht, soll direkt nach der Sommerpause im Rahmen eines eigens angesetzten Treffens detailliert erörtert werden.
