
Universiade als Test für ein mögliches Olympia im Ruhrgebiet
(c) Sebastian Sendlak
Die Abstimmungen zur Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr zeigen landesweit eine klare Tendenz. In vielen Kommunen votieren die Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich für das Projekt.
In Nordrhein-Westfalen sind die Bürgerentscheide zur möglichen Olympiabewerbung weitgehend abgeschlossen. Erste Ergebnisse aus zahlreichen Städten liegen vor. Sie zeigen deutliche Mehrheiten für eine Beteiligung an der Bewerbung. Die Abstimmungen gelten als wichtiger Schritt im Verfahren. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
Klare Mehrheit in vielen Kommunen
Die bisherigen Auszählungen aus den beteiligten Städten zeigen ein einheitliches Bild. In vielen Kommunen stimmen deutlich mehr als 60 Prozent für die Olympiabewerbung. Teilweise liegen die Werte noch höher.
Auch die Wahlbeteiligung bewegt sich in vielen Städten um die Marke von 30 Prozent. Damit werden die erforderlichen Quoren in der Regel erreicht. Die Abstimmungen wurden überwiegend als Briefwahl durchgeführt. Während nahezu alle Kommunen mit fast 60 % Zustimmung aus dem Rennen gingen, konnte Herten zwar insgesamt bei den Bürgern punkten, jedoch war die Wahlbeteiligung zu gering, wodurch die Wahl automatisch verloren ging.
Zustimmungswerte zur Olympiabewerbung in NRW (Auswahl)
- Aachen: 76 % Ja
- Dortmund: rund 68 % Ja
- Düsseldorf: 67,2 % Ja
- Bochum: rund 64 % Ja
- Köln: 57 % Ja
- Krefeld: 64,4 % Ja
- Oberhausen: rund 63 % Ja
- Duisburg: rund 72 % Ja
- Essen: über 60 % Ja (Zwischenstand)
- Wuppertal: 72,2 % Ja
- Gelsenkirchen: rund 75 % Ja
- Mönchengladbach: 74,4 % Ja
- Monheim am Rhein: 70,4 % Ja
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete die Entwicklung als „klares Ja für Olympia“. Er wertete die Ergebnisse als deutliches Signal für das Vorhaben in der Region.
Teil eines abgestimmten Gesamtverfahrens
Die Bürgerentscheide sind Bestandteil eines gemeinsamen Konzepts der Region Rhein-Ruhr. Insgesamt 17 Kommunen beteiligen sich an dem Verfahren. Ziel ist es, eine breite demokratische Grundlage für die Bewerbung zu schaffen.
Die Ergebnisse werden zentral zusammengeführt. Sie bilden die Grundlage für die weitere politische Bewertung und die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess.
Nächste Entscheidung im Herbst
Trotz der positiven Tendenz ist die Bewerbung noch nicht entschieden. Die Bürgerentscheide gelten als ein Baustein im mehrstufigen Verfahren.
Der Deutscher Olympischer Sportbund will voraussichtlich im September 2026 festlegen, welche deutsche Region ins Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele geht.
Erst im Anschluss folgt das internationale Auswahlverfahren. Dabei konkurriert die deutsche Bewerbung mit weiteren Interessenten aus dem Ausland.
