
090926_litRUHR_PK_Podiumsgaeste_downsize©KatjaTauber
Große Geschichten, politische Streitgespräche und ein starkes Bochumer Programm: Vom 7. bis 11. Oktober 2026 feiert das internationale Literaturfestival sein zehnjähriges Bestehen mit Lesungen von Dörte Hansen, Robert Habeck, Tupoka Ogette, Frank Goosen und Saša Stanišić.
Das Ruhrgebiet verwandelt sich Anfang Oktober zum zehnten Mal in ein literarisches Zentrum. Unter Federführung der Festivalmacher breitet sich die lit.RUHR mit 69 Hauptveranstaltungen und 37 Angeboten der Nachwuchsreihe lit.kid.RUHR über die Städte Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen aus. Zur feierlichen Eröffnungsgala „Jubel und Radau, Literatur und Rambazamba“ am Montag, 5. Oktober, in der Essener Lichtburg stimmen Katharina Thalbach, Sabin Tambrea, Katty Salié, Fritz Eckenga und Musiker Betterov auf das Jubiläum ein. Der Kartenvorverkauf ist über das offizielle Festivalportal bereits gestartet.
Politische Analysen, Gegenwartsliteratur und Revier-Geschichten
Das Erwachsenenprogramm setzt auf debattenstarke Themen und hochkarätige Premieren. Bestsellerautorin Dörte Hansen stellt auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ihren neuen Roman „Broder“ vor, während Grünen-Politiker Robert Habeck in „Arctic Meltdown“ die geopolitischen und ökologischen Konflikte um die schmelzende Arktis analysiert. Matthias Brandt und Ruth Hoffmann diskutieren über Widerstand und das Erstarken der extremen Rechten. Carolin Emcke beleuchtet im Gespräch mit Lena Gorelik im Ebertbad Oberhausen radikalen Humanismus und Menschenrechte. Zudem reist Schwedens Starautor Alex Schulman mit Fabian Busch zur lit.RUHR-Premiere nach Gelsenkirchen, während Reinhold und Diane Messner auf Zeche Zollverein über den Wert der Lebenszeit sinnieren. Krimifans dürfen sich auf Leonie Swanns neuen Schafskrimi „Widdersehen“ freuen, gelesen von Maren Kroymann.
Einen regionalen Schwerpunkt setzt die RAG-Stiftung als langjährige Hauptförderin mit der Reihe „Nachbarschaft im Revier – die andere Seite der Maloche“. Dabei sprechen Autor Frank Goosen und Büdchenbesitzerin Verena-Kristina Kirchberg über die soziokulturelle Bedeutung von Trinkhallen und Kneipen. Die Schauspieler Dietmar Bär und Anna Schudt spüren historischen Prominentenbesuchen von Heinrich Böll bis Ernest Hemingway im Ruhrgebiet nach. Über gesellschaftliche Spaltung und Streitkultur debattieren Saba-Nur Cheema, Meron Mendel und Soziologe Harald Welzer.
Starke Bühnenpräsenz an den Bochumer Spielorten
Auch in Bochum schlägt das Festival markante Pflöcke ein. Im Großen Haus des Schauspielhauses Bochum liest Bestsellerautorin Tupoka Ogette am Freitag, 9. Oktober, um 19:30 Uhr aus ihren Kindheitserinnerungen „Trotzdem zuhause“, moderiert von Dunja Hayali. Den literarischen Schlusspunkt im Schauspielhaus setzt Saša Stanišić am Sonntag, 11. Oktober, um 19:00 Uhr in den Kammerspielen mit seinen feinsinnigen Texten.
Für junge Leseratten wird das Planetarium Bochum zum Schauplatz: Am Sonntag, 11. Oktober, nehmen Astrophysiker Heino Falcke und Grundschulpädagogin Dagmar Falcke Kinder ab sieben Jahren unter der Sternenkuppel mit auf eine Zeitreise zur Entstehung der Erde. Bereits am Donnerstag, 8. Oktober, feiert Kinderbuchillustrator Alexander Steffensmeier das zwanzigjährige Jubiläum seiner Kuh Lieselotte mit einer interaktiven Live-Zeichenlesung bei Thalia Mayersche in der Bochumer Innenstadt. Zudem fungiert die Rotunde Bochum als wichtiger Schauplatz für Schulklassenlesungen der Reihe KlasseBuch, unter anderem mit Thomas Böhme, Antje Herden, Meike Haas und Comickünstler Flix. Das inklusive Programm der lit.kid.RUHR wird durch barrierefreie Lesungen in einfacher Sprache sowie Gebärdensprachdolmetscher ergänzt.
