
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, zusammen mit den Geehrten auf der Henrichshütte
(c) Sebastian Sendlak
Bundespräsident Steinmeier verleiht Verdienstorden an engagierte Bürgerinnen und Bürger
Ein bewegender Schlusspunkt für die 20. Ausgabe der „Ortszeit Deutschland“: Zum Abschluss seines dreitägigen Amtsaufenthalts in Hattingen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag, 24. September 2026, verdiente Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die feierliche Zeremonie fand vor geschichtsträchtiger Kulisse im LWL-Museum Henrichshütte statt – jenem Ort, an dem einst über 10.000 Menschen arbeiteten und der heute sinnbildlich für den gelungenen industriellen und kulturellen Strukturwandel an der Ruhr steht.
In seiner Ansprache hob das Staatsoberhaupt die zentrale Rolle des zivilgesellschaftlichen Engagements für das Funktionieren der Demokratie hervor. Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen betonte Steinmeier: „Austausch braucht Nähe; Nähe braucht Begegnung; und Begegnung braucht Zeit – um ins Gespräch zu kommen, um einander zuzuhören, aber auch um intensiv zu debattieren.“ Die geehrten Persönlichkeiten investierten ihr kostbarstes Gut – ihre persönliche Zeit –, um den Zusammenhalt in Kommunen, Region und Land zu sichern. Einen emotionalen Dank richtete der Bundespräsident zudem an Museumsleiter Robert Laube, der an diesem Tag nach 28 Jahren an der Spitze der Henrichshütte in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger im Überblick
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Brigitte Altenhein (Sprockhövel): Gründungsmitglied der Grünen in Sprockhövel und von 1984 bis 2022 Mitglied des Stadtrates. Als Stadtälteste prägte sie jahrzehntelang Umwelt-, Naturschutz- und Gleichstellungsthemen. Mit der Gründung des Fördervereins „LeseZeichen!“ der Stadtbibliothek fördert sie frühkindliche Lesekompetenzen von Grundschulkindern.
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Carina Gödecke (Bochum): Die frühere Landtagspräsidentin und Landtagsvizepräsidentin gestaltete über Jahrzehnte hinweg maßgeblich die parlamentarische Demokratie in NRW. Sie engagiert sich vielfältig ehrenamtlich, darunter im Heinz-Kühn-Bildungswerk, als Botschafterin des Kinderhospizdienstes Ruhrgebiet, als stellvertretende Vorsitzende im Freundeskreis der Synagoge Bochum-Herne-Hattingen und als Kreisvorsitzende beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
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Prof. Heinrich Theodor Grütter (Essen): Der renommierte Historiker und Kulturwissenschaftler leitete bis zu seinem Ruhestand das Ruhr Museum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein und gehört dem Stiftungsvorstand an. Er trug maßgeblich dazu bei, die Erinnerungskultur und das industrielle Erbe des Ruhrgebiets auf internationaler Ebene zu verankern.
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Sandra Hollmann (Nettetal): Seit mehr als vier Jahrzehnten aktive Pfadfinderin. Sie gründete den Stamm Noah-Nettetal sowie eine Altpfadfindergilde und öffnete die Pfadfinderarbeit damit für alle Altersstufen. Durch internationale Begegnungslager und inklusive Initiativen stärkt sie das interkulturelle Verständnis und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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Gerburg Jahnke (Oberhausen): Als „Grand Dame“ des deutschen Kabaretts und der Comedy hat sie über Jahrzehnte hinweg – vom Duo „Missfits“ über „Ladies Night“ bis zu „Frau Jahnke hat eingeladen“ – Pionierarbeit für weibliche Sichtbarkeit geleistet und Humor als kraftvollen Hebel für gesellschaftliche Veränderungen etabliert.
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Beatrix und Johannes Küpperfahrenberg (Hattingen): Das Ehepaar leitet seit vielen Jahren Hilfsprojekte der Afrika-Hilfe-Stiftung in Ruanda. Mit dem wegweisenden Modell der „Kinderfamilien“ schaffen sie verlässliche Schutzräume, Schulbildung und Zukunftsperspektiven für verwaiste und von extremer Armut betroffene Kinder und Jugendliche.
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Robert Laube (Hattingen): Führte das LWL-Museum Henrichshütte 28 Jahre lang und wandelte das Areal in einen lebendigen Ort für Kultur, Industriegeschichte und Dialog um. Darüber hinaus gestaltete er als Kommunalpolitiker, Vereinsfunktionär beim TuS Blankenstein und Jugendtrainer das sportliche und gesellschaftliche Leben vor Ort.
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Grigory Rabinovich (Bochum): Seit 2002 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes jüdischer Gemeinden von Westfalen-Lippe. Er trug entscheidend zum Bau der 2007 geweihten Bochumer Synagoge bei und treibt den interreligiösen Dialog sowie die Sichtbarkeit lebendiger jüdischer Gegenwartskultur voran.
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Lukas Ritgens (Eschweiler): Rettungsassistent und langjähriger Malteser-Einsatzleiter. Bei der Hochwasserkatastrophe 2021 bewies er herausragende Führungsstärke bei der vollständigen Evakuierung der rund 300 Patienten des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler und bei der überregionalen Katastrophenlogistik.
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Johannes Tüller (Hattingen): Blickt auf über 60 Jahre Engagement in der Feuerwehr Hattingen zurück. Er baute unter anderem die Jugendfeuerwehr Hattingen-West mit auf, war langjähriger Oberschiedsrichter und engagierte sich parallel als Schiedsmann, Schöffe und Stadtverordneter für die Bürgerbelange in Hattingen.
