
Universiade als Test für ein mögliches Olympia im Ruhrgebiet
(c) Sebastian Sendlak
Nordrhein-Westfalen plant die Olympischen und Paralympischen Spiele an Rhein und Ruhr. Bei einer Aktualisierung des Bewerbungskonzepts wurde Köln als Leading City benannt. Damit soll die Domstadt das Olympische und Paralympische Dorf sowie ein temporäres Leichtathletikstadion beherbergen.
Das Konzept sieht weiterhin Wettbewerbe in sieben Ruhrgebietsstädten vor: Bochum (Fußball, Moderner Fünfkampf), Dortmund (Fußball, Handball), Duisburg (Kanu-Rennsport, Rudern, Sportklettern, Para-Kanu, Para-Rudern, Para-Sportklettern), Essen (Boxen, Fußball, Gewichtheben, Radsport, Schießen, Para-Powerlifting, Para-Sportschießen, Sitzvolleyball), Gelsenkirchen (Schwimmsport, Para-Schwimmen), Oberhausen (Volleyball) und Recklinghausen/Herten (Mountainbike). Insgesamt sollen 17 Städte als Austragungsorte dienen.
Die Spiele sollen größtenteils bestehende Sportstätten nutzen oder temporär ertüchtigen. Geplant ist der Verkauf von mehr als 14 Millionen Tickets. Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen könnte 60.000 Zuschauer bei Schwimmwettbewerben aufnehmen. Im Dortmunder Signal Iduna Park sollen 70.000 Fans beim Fußballfinale Platz finden.
Kölns Rolle als Leading City ist strategisch. Der Kölner Dom gilt als internationale Marke und soll die Chancen auf eine erfolgreiche deutsche Bewerbung erhöhen. Nach den Spielen sollen das Olympische Dorf und das temporäre Leichtathletikstadion in Köln in ein nachhaltiges Stadtquartier mit Wohnraum, Gewerbe und sozialer Infrastruktur umgewandelt werden.
In den beteiligten Städten bestehen bereits Ratsbeschlüsse, die die Bewerbung unterstützen. Ratsbürgerentscheide sollen am 19. April 2026 stattfinden. Die finale Entscheidung, mit welchem Konzept Deutschland ins internationale Rennen geht, fällt am 26. September 2026 bei einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung.
Nordrhein-Westfalen positioniert sich als Sportland Nummer eins. Rund zwölf Millionen Menschen treiben regelmäßig Sport, über 500.000 engagieren sich ehrenamtlich. Internationale Großevents wie die FISU World University Games zeigen die Erfahrung der Region im Management von Sportveranstaltungen.
Das Konzept betont Nachhaltigkeit. Rund 100 Prozent der Wettkampfstätten sollen bereits existieren oder temporär angepasst werden. Gleichzeitig verspricht die Bewerbung, Sportarten und Para-Sportarten bestmögliche Bedingungen zu bieten.
Köln übernimmt mit seiner neuen Rolle eine zentrale Position. Ob dies den Wettbewerb innerhalb Nordrhein-Westfalens beeinflusst, bleibt abzuwarten. Die Region Rhein-Ruhr bleibt Austragungsort zahlreicher Wettbewerbe. Mit dem Schritt, Köln in den Mittelpunkt zu rücken, verschiebt sich die Balance zwischen Rhein und Ruhr.
Die Entscheidung über die deutsche Bewerbungsstadt wird damit zu einem Schlüsselmoment. Für das Ruhrgebiet bedeutet dies eine starke Einbindung, aber möglicherweise nicht die Hauptrolle. Kölns internationales Profil soll die Chancen Deutschlands auf Olympia erhöhen.
