Ruhrgebiet führt Ranking der Metropolregionen an
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Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft sieht das Ruhrgebiet bundesweit an der Spitze der Lebensqualität.

Verglichen wurden zwölf Metropolregionen. Bewertet wurden Alltag, Wohnen, Mobilität sowie Kultur- und Freizeitangebote. Auftraggeber ist der Regionalverband Ruhr.

Das Ruhrgebiet erreicht im aktuellen Metropolregionen-Ranking Platz eins. Grundlage ist eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Untersucht wurden zwölf Regionen in Deutschland. Maßstab waren 23 Indikatoren aus sechs Lebensbereichen. Die Ergebnisse widersprechen gängigen Großstadt-Klischees.

Studie vergleicht zwölf Metropolregionen

Die Untersuchung wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführt. Auftraggeber war der Regionalverband Ruhr (RVR). Bewertet wurden die Metropolregionen Ruhrgebiet, Rheinland, Rhein-Neckar, Frankfurt/Rhein-Main, Mitteldeutschland, Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, Stuttgart, Nordwest, Berlin-Brandenburg, Hamburg, Nürnberg und München.

Die Analyse basiert auf 23 gleich gewichteten Indikatoren. Diese decken die Bereiche Familie, Wohnraum, Ausgehen, Kultur und Gesellschaft, Sport und Freizeit sowie Verkehr und Versorgung ab. Das Ruhrgebiet erreicht mit 55,7 Punkten den höchsten Gesamtwert.

Kurze Wege als zentraler Standortfaktor

Ein wesentlicher Faktor für das Abschneiden des Ruhrgebiets sind kurze Alltagswege. Laut IW sparen Familien hier täglich rund 26 Minuten gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Nur die Metropolregion Rhein-Neckar erzielt einen vergleichbaren Wert.

Grundschulen sind im Ruhrgebiet im Schnitt in knapp fünf Minuten mit dem Auto erreichbar. Kitas liegen rund drei Minuten entfernt. Spielplätze sind durchschnittlich nach elf Gehminuten erreichbar. Diese Werte liegen unter denen anderer Metropolregionen.

Die Studie führt dies auf die polyzentrische Struktur zurück. Anders als monozentrische Regionen verfügt das Ruhrgebiet über viele nahe beieinanderliegende Stadtzentren.

Wohnraum bleibt vergleichsweise bezahlbar

Auch beim Thema Wohnen schneidet das Ruhrgebiet überdurchschnittlich ab. In der Gesamtwertung belegt die Region Rang drei. Günstiger ist Wohnraum nur in Mitteldeutschland sowie in der Region Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Die durchschnittliche Miete liegt bei 8,30 Euro pro Quadratmeter. Eigentumswohnungen kosten im Mittel 2.271 Euro pro Quadratmeter. In beiden Kategorien erreicht das Ruhrgebiet Platz zwei im Metropolregionen-Vergleich.

Dichte Kultur- und Freizeitlandschaft

Im Bereich Ausgehen sowie Sport und Freizeit belegt das Ruhrgebiet jeweils den ersten Platz. Keine andere Metropolregion weist eine höhere Event-, Kino- oder Diskothekendichte auf. Auch die Zahl der Sportvereine pro Quadratkilometer ist bundesweit am höchsten.

5,2 Prozent der Fläche entfallen auf Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen. Damit liegt das Ruhrgebiet vor dem Rheinland und Mitteldeutschland. Bei Museen und Opern erreicht die Region ebenfalls Spitzenwerte, liegt im Gesamtbereich „Kultur und Gesellschaft“ jedoch hinter dem Rheinland und Berlin-Brandenburg.

Verkehr und Versorgung als weiterer Pluspunkt

Bei der Erreichbarkeit von Fernbahnhöfen, Autobahnen und ÖPNV-Haltestellen liegt das Ruhrgebiet an der Spitze. Die nächste Haltestelle ist im Schnitt nur 212 Meter entfernt. Auch Krankenhäuser sind flächendeckend gut erreichbar.

Lediglich bei der Flughafenerreichbarkeit liegt das Rheinland vor dem Ruhrgebiet. Im Gesamtbereich Verkehr und Versorgung belegt die Region dennoch Rang eins.

Methodik und Einordnung

Für den Gesamtindex wurden alle Indikatoren standardisiert und auf eine Skala von 0 bis 100 übertragen. Jeder Indikator floss gleich gewichtet in die Bewertung ein. Eine Sensitivitätsanalyse bestätigte die Stabilität des Ergebnisses.

Auch bei alternativer Gewichtung – etwa bezogen auf Einwohnerzahlen statt Fläche – bleibt das Ruhrgebiet Spitzenreiter. München würde in allen Varianten den letzten Platz belegen.

„Im Ruhrgebiet gibt es alles, was einen Standort lebenswert macht: erschwinglichen Wohnraum, gute Anbindungen und ein großes Freizeit- und Kulturangebot“, sagt RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin.