Schulabgänge ohne Abschluss in NRW erreichen Zehnjahreshöchststand
Neues Gymnasium Bochum

(c) Sebastian Sendlak

Anteil steigt deutlich auf 4,2 Prozent

In Nordrhein-Westfalen haben im Abgangsjahr 2025 insgesamt 7.430 Schülerinnen und Schüler eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen. Das geht aus aktuellen Zahlen von IT.NRW hervor.

Damit liegt der Anteil der Schulabgänge ohne Abschluss bei 4,2 Prozent – dem höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil damit nahezu verdoppelt.

Deutlicher Anstieg im Zehnjahresvergleich

2015 lag der Anteil der Schulabgänge ohne Abschluss noch bei 2,2 Prozent. Seitdem ist er um 2,0 Prozentpunkte gestiegen.

Auch in absoluten Zahlen zeigt sich ein Anstieg: Während 2025 insgesamt 7.430 Jugendliche ohne Abschluss die Schule verließen, waren es 2015 noch 3.105 weniger. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Schulabgänge im selben Zeitraum gesunken.

Unterschiede zwischen Schülergruppen

Die Statistik zeigt deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen:

  • Unter ausländischen Schulabgängerinnen und Schulabgängern lag der Anteil ohne Abschluss bei 15,3 Prozent
  • Bei deutschen Abgängerinnen und Abgängern waren es 2,2 Prozent

Zudem verließen laut Analyse durchgehend mehr Jungen als Mädchen die Schule ohne Abschluss.

Einordnung der Statistik

Die Zahlen stammen aus der amtlichen „Statistik der allgemeinbildenden Schulen“, in der jährlich Daten zu Schülerzahlen, Abschlüssen und Unterricht erfasst werden.

Als „Abgangszeugnis ohne Abschluss“ gelten Jugendliche, die eine Schule verlassen, ohne mindestens einen ersten Schulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss erreicht zu haben.

Hintergrund: Langfristige Entwicklung im Bildungssystem

Die aktuellen Ergebnisse deuten auf eine langfristige Verschiebung hin, bei der der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss trotz insgesamt sinkender Schülerzahlen steigt. Gründe dafür sind laut Analyse vielfältig und hängen unter anderem mit sozialen und strukturellen Faktoren zusammen.

Eine begleitende Kurzanalyse von IT.NRW beleuchtet die Entwicklung im Zeitraum 2015 bis 2025 detaillierter und zeigt die Unterschiede nach Geschlecht und Herkunft auf.

Bildungsexperten sehen in der Entwicklung ein Warnsignal für das Schulsystem in NRW. Die Daten sollen als Grundlage dienen, um Maßnahmen zur Unterstützung gefährdeter Schülergruppen weiterzuentwickeln und Schulabbrüche künftig stärker zu vermeiden.