
Bahnhof Herten Westerholt
(c) Sebastian Sendlak
Einfachere Zonen und neue Preislogik ab Juni 2026 – Verkehrsverbund modernisiert Tarifgebiete im Ruhrgebiet und am Niederrhein
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellt seine Tarifstruktur grundlegend um. Ab dem 1. Juni 2026 werden Tarifgebiete im gesamten Verbundraum vereinfacht und teilweise neu zugeschnitten. Ziel der Reform ist eine stärkere Orientierung an realen Verkehrsströmen und eine bessere Verständlichkeit für Fahrgäste.
Betroffen sind insbesondere große Städte im Ruhrgebiet sowie Regionen am Niederrhein.
Ende der Wabenstruktur nach 45 Jahren
Mit der Reform verabschiedet sich der VRR von der bisherigen Wabenlogik und dem sogenannten 2-Waben-Tarif. Stattdessen gelten künftig nur noch die Preisstufen A, B und C.
Das bisher komplexe, historisch gewachsene System soll damit deutlich vereinfacht werden. Für Fahrgäste, die bislang den 2-Waben-Tarif genutzt haben, wird unter anderem die digitale Tariflösung eezy.nrw als Alternative hervorgehoben.
„Eine Stadt – ein Tarifgebiet“ in fünf Großstädten
Eine zentrale Neuerung betrifft die Großstädte:
- Dortmund
- Düsseldorf
- Duisburg
- Essen
- Wuppertal
In diesen Städten werden die bislang getrennten Tarifzonen zu jeweils einem einheitlichen Tarifgebiet zusammengeführt. Dadurch soll die Ticketwahl einfacher und nachvollziehbarer werden.
Neue Tarifgrenzen orientieren sich am Verkehrsalltag
Auch außerhalb der Großstädte werden die Tarifgebiete neu geordnet. Besonders am Niederrhein und im nordöstlichen Ruhrgebiet werden die Zuschnitte an tatsächliche Pendler- und Verkehrsbewegungen angepasst.
Die Reform soll größere, alltagsnahe Geltungsbereiche schaffen und die Nutzung des ÖPNV vereinfachen.
Anpassungen und Ausnahmen in einzelnen Regionen
Im Zuge der Umstrukturierung kommt es auch zu gezielten Änderungen:
- Das bisherige Tarifgebiet Goch/Weeze wird aufgeteilt, um neue Zuordnungen für Kranenburg und Kevelaer zu ermöglichen.
- Auch das Gebiet Neukirchen-Vluyn/Rheurdt wird getrennt, um stärker an Kreisgrenzen orientierte Tarifzonen zu schaffen.
Ziel: Einfachere Nutzung des Nahverkehrs
Mit der Tarifreform verfolgt der VRR das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr im Verbundraum verständlicher und praxisnäher zu gestalten. Weniger Tarifgrenzen und klarere Preisstufen sollen insbesondere Gelegenheits- und Pendlerverkehren zugutekommen.
Die Umsetzung markiert einen der größten strukturellen Umbauten im VRR-Tarifsystem seit Jahrzehnten.
