
Thorsten aus Bochum am Flipper
(c) Sebastian Sendlak
Freeplay.ruhr e.V. begeistert beim Summer Cup 2026 in Herten
Das rhythmische Klackern mechanischer Spulen, leuchtende Matrix-Displays und das charakteristische Aufheulen der Soundchips prägten das Geschehen an der Ewaldstraße 25 in Herten. Der Hertener Flipperverein freeplay.ruhr e.V. richtete am letzten August-Wochenende seinen traditionellen Summer Cup aus und verwandelte sein Vereinsheim in einen pulsierenden Treffpunkt für Arcade-Kultur und Flipper-Turniersport. Bei dem zweitägigen Traditionsevent traten Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland sowie den Nachbarländern Belgien und den Niederlanden an, um wertvolle Punkte für die offizielle Weltrangliste der International Flipper Pinball Association (IFPA) zu sammeln.
Den Auftakt bildete am Freitagabend der „Stern Army Flippin’ Friday“, der mit 32 Teilnehmern als Einstiegs- und Warm-up-Turnier für Neulinge diente. Das Format richtet sich gezielt an Hobbyspieler, die erste Turnierluft schnuppern möchten, und findet dank des Status des Vereins als offizielle Stern-Army-Location an jedem letzten Freitag im Monat statt. Am Samstag folgte schließlich das große Hauptturnier des Summer Cup, bei dem 56 ambitionierte Akteure an den Geräten um Trophäen und Weltranglistenpunkte kämpften. Der Wettbewerb bot hochklassigen Sport: Nach einer extrem engen Vorrunde herrschte auf den Rängen neun bis 17 Punktgleichheit, sodass neun Akteure in einem nervenaufreibenden Stechen um die letzten acht Plätze der 16er-Finalrunde duellieren mussten.
„Es ist die Gemeinschaft beim Flippern“
Dass die Flipper-Gemeinschaft längst weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus vernetzt ist, bewiesen die zahlreichen angereisten Gäste. Der 59-jährige John aus dem niederländischen Veghel nahm eine eineinhalbstündige Anfahrt auf sich, um in Herten an den Start zu gehen. Für ihn ist die Turnierszene ein wichtiges soziales Netzwerk und sportliches Hobby gleichermaßen, wenngleich er schmunzelnd einräumte, dass es gegen die jüngere Konkurrenz mit deren schnellen Reflexen und präziser Kenntnis der komplexen Regelwerke moderner Geräte wie Deadpool oder Jurassic Park eine echte Herausforderung sei. Auch aus den Nachbarstädten reiste die Szene an: André Schönfelder vom Flipper-Verein Hattingen e.V. vertrat den mit 36 Mitgliedern noch jungen Nachbarclub aus der Hattinger Altstadt und lobte die gewachsene Verbundenheit unter den Vereinen, bei der die Freude am gemeinsamen Spiel über dem reinen Leistungsgedanken steht.
Hinter dem erfolgreichen Turnierbetrieb steht das rein ehrenamtliche Engagement der 62 Mitglieder von freeplay.ruhr. Im Vereinsheim hegen und pflegen die Aktiven rund 60 spielbereite Automaten aus mehreren Jahrzehnten. Für Vereinsmitglied Thorsten aus Bochum, der in den 1980er- und 1990er-Jahren in den Kneipen seine Begeisterung für das Spiel entdeckte und vor einigen Jahren den Weg zurück an die Flipper fand, macht genau diese Mischung den Reiz aus: Das Blinken der Lichter, die Jagd nach Highscores und die handwerkliche Wartung der teils über fünfzig Jahre alten Klassiker schaffen eine besondere Vereinsatmosphäre, die Neugierige und Profis gleichermaßen willkommen heißt.

Marco {rechts), Dirk (links) und Timm (Mitte) (c) Thorsten Krüger
Timm Tesch gewinnt Turnier
„Dies ist mein erster Turniersieg überhaupt“ so Tesch nach dem Turnier „Ich bin überglücklich.“ Bei der Siegerehrung freuten sich alle Drei über ihre Pokale.
Ergebnis:
- Timm Tesch
- Marco Siemund (weißes Hemd)
- Dirk Rohde















