Gemischte Gefühle nach der ersten DFB-Pokalrunde
DFB Pokal

Die erste Hauptrunde des DFB-Pokals hat den Traditionsvereinen aus dem Ruhrgebiet alles abverlangt. Während sich der VfL Bochum zu einem zähen Auswärtssieg zitterte und Rot-Weiss Essen an der heimischen Hafenstraße einen echten Pokal-Coup feierte, scheiterte der MSV Duisburg erst in den Schlussminuten denkbar unglücklich. Den turbulenten Schlusspunkt des Pokalwochenendes setzte der FC Schalke 04, der sich beim Regionalligisten Hallescher FC erst in einer dramatischen 120-Minuten-Schlacht durchsetzte.

Effizienz schlägt Dominanz: VfL Bochum siegt glücklich in Fürth

Im einzigen reinen Zweitliga-Duell dieser Pokalrunde feierte der VfL Bochum einen extrem glücklichen 2:1-Arbeitssieg bei der SpVgg Greuther Fürth. Vor 1.800 mitgereisten VfL-Fans kontrollierten die Gastgeber über weite Strecken das Spielgeschehen, scheiterten jedoch immer wieder an der kompakten Bochumer Defensive. Die Elf aus dem Revier bewies dagegen maximale Effizienz: Christian Rasmussen nutzte in der 25. Minute einen fatalen Querpass in der Fürther Abwehr nach Zuspiel von Maximilian Wittek zur überraschenden Führung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Philipp Hofmann in der 64. Minute per Aufsetzer auf 0:2, ehe Maxim Dal in der 77. Minute per Kopf den hochverdienten 1:2-Anschlusstreffer für die Franken erzielte. In einer dramatischen Schlussphase musste Bochum nach Verletzungen von Oliver Olsen, Maximilian Wittek und Jean-Manuel Mbom in Unterzahl agieren, ehe auch Enis Cokaj nach einer Kopfverletzung vom Feld musste. Mit großem Abwehrwillen und starken Paraden von Torhüter Timo Horn rettete der VfL den Vorsprung über eine siebenminütige Nachspielzeit.

Pokal-Coup an der Hafenstraße: Rot-Weiss Essen kegelt St. Pauli raus

Für die größte Überraschung aus Revier-Sicht sorgte Rot-Weiss Essen: Der Drittligist bezwang den Zweitligisten FC St. Pauli vor heimischer Kulisse hochverdient mit 2:0. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat trat von Beginn an griffig auf und kaufte den ideenlosen Gästen früh den Schneid ab. Nachdem St. Paulis Hauke Wahl beziehungsweise Marten Kaars die Riesenchance zur Gästeführung vergab, schlug Essen kurz vor der Pause zu, als Janssen eine präzise Flanke von Obuz am zweiten Pfosten per Kopf zum 1:0 verwertete. Nur acht Minuten nach Wiederanpfiff sorgte Semir Telalovic nach Flanke von Hofmann mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. In der verbleibenden Spielzeit verteidigte RWE die Führung souverän und ließ den Favoriten aus Hamburg überhaupt nicht mehr zur Entfaltung kommen.

Bitteres Aus kurz vor Schluss: MSV Duisburg unterliegt Elversberg

Ein heroischer Kampf des MSV Duisburg blieb hingegen unbelohnt. Der Spitzenreiter der 3. Liga forderte Bundesliga-Neuling SV Elversberg über die gesamte Spielzeit heraus und hielt mit einer disziplinierten 5-4-1-Staffelung dagegen. Zwar brachte Luca Schnellbacher die Saarländer in der 38. Minute mit 1:0 in Führung, doch Lex-Tyger Lobinger nutzte nach dem Seitenwechsel einen missglückten Einwurf der Gäste zu einem starken Sololauf und vollendete in der 54. Minute zum umjubelten 1:1-Ausgleich. Die Zebras schnupperten in der Schlussphase mehrfach an der Sensation, ehe Elversbergs Joker Efe Onyeka zum Spielverderber avancierte: Mit einem Doppelschlag in der 88. Minute und in der Nachspielzeit besiegelte der 19-Jährige den 3:1-Endstand für den Favoriten und beendete die Duisburger Pokalträume.

Nervenkrimi in der Verlängerung: Schalke 04 ringt Halle mit 5:2 nieder

Ein Wechselbad der Gefühle erlebte der FC Schalke 04 am Montagabend beim Nordost-Regionalligisten Hallescher FC. Das Team von Trainer Miron Muslic bestimmte zwar von Beginn an das Geschehen, fing sich jedoch mit dem Pausenpfiff durch Vin Kastull einen überraschenden 0:1-Rückstand ein. Nach dem Seitenwechsel drehten Dejan Ljubičić und der eingewechselte Edin Džeko per Foulelfmeter die Begegnung verdientermaßen zum 2:1. Als der S04 bereits wie der sichere Sieger aussah, schockte Halles Niclas Stierlin die Knappen in der Nachspielzeit mit dem 2:2-Ausgleich und erzwang die Verlängerung. In der Extrazeit setzte sich schließlich die individuelle Klasse der Gelsenkirchener durch: Moussa Sylla und Neuzugang Junior Adamu brachten Königsblau mit einem schnellen Doppelschlag uneinholbar auf die Siegerstraße, ehe Džeko kurz vor dem Ende mit seinem zweiten Treffer den 5:2-Endstand markierte und ein torreiches Pflichtspieldebüt mehrerer Neuzugänge wie Robin Gosens und Junior Dina Ebimbe krönte.

Borussia Dortmund tritt erst am 1. September im Pokal an. Für die Schwarzgelben geht es nach Hamburg zum HEBC. Das Spiel findet im Volksparkstadion statt und wird live im Free-TV übertragen