
Ruhrpott-Derby: Phoenix Hagen vs. VfL SparkassenStars Bochum
(c) Sebastian Sendlak
Die Basketballer von Phoenix Hagen haben eine historische Spielzeit in der zweiten Bundesliga mit dem Titelgewinn gekrönt. In einer bis auf den letzten Platz gefüllten Ischelandhalle gewannen die Feuervögel das entscheidende Finalrückspiel gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim mit 93:82.
Nach der knappen 82:86-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen bewies die Mannschaft im Rückspiel den längeren Atem und sicherte sich in der Addition beider Partien mit sieben Zählern Vorsprung die Meisterschaftstrophäe. Das Erreichen des sportlichen Ziels löste in der gesamten Stadt tiefen Jubel aus. Sowohl unter den 3.145 Zuschauern in der Arena als auch direkt nebenan auf dem Ascheplatz beim großen Public Viewing gab es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr.
Der Erfolg im Saisonfinale verlangte den Gastgebern am Ende einer langen Spielzeit noch einmal alle Kraftreserven ab. Die Gäste aus Kirchheim präsentierten sich gewohnt spielstark und warfen bis zum Ende alles auf das Feld. Angeführt vom gewohnt klug Regie führenden Bjarne Kraushaar, der fünf Punkte und neun Assists beisteuerte, sowie den treffsicheren Distanzschützen Marcus Graves mit 16 Zählern und Tim Uhlemann mit 15 Punkten riss Hagen nach dem Seitenwechsel das Heft an sich. Trotz der müden Beine brachte das Team den Vorsprung im vierten Viertel souverän über die Ziellinie und belohnte sich für eine fesselnde Saisonleistung.
Offensiver Schlagabtausch und ein vorentscheidendes drittes Viertel
Die Begegnung entwickelte sich von Beginn an zu einem hochklassigen Offensivspektakel ohne lange Abtastphase. Bereits in den ersten fünf Minuten zeigten beide Mannschaften ein enorm hohes Tempo und trafen hochprozentig von der Dreierlinie, was zu einem knappen 15:14-Zwischenstand führte. Der Fuß blieb auch im zweiten Viertel auf dem Gaspedal. Jeffrey Carroll erzwang in der 13. Minute mit einem erfolgreichen Außenwurf beim Stand von 33:30 die erste Auszeit der Partie. Kurz vor der Halbzeitpause übernahm Kirchheim temporär die Führung, als Phil Russell aus der Distanz einnetzte und als erster Akteur des Abends eine zweistellige Punkteausbeute verbuchte. Mit einem knappen Rückstand für Hagen ging es schließlich in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel kam die Ischelandhalle endgültig auf Betriebstemperatur. Marcus Graves bediente in der 22. Minute den in der Ecke postierten Tim Uhlemann, der von jenseits des Perimeters für den wichtigen 46:46-Ausgleich sorgte. Wenig später brachte Devin Schmidt das Momentum mit zwei schnellen Dreiern endgültig auf die Hagener Seite und stellte die Weichen auf Sieg. Im Schlussabschnitt baute Uhlemann die Führung nach einem mühsam behaupteten Ballbesitz weiter aus. Zwar verkürzte Tylan Pope in der 37. Minute noch einmal für die Gäste von Downtown, was Phoenix zu einer Auszeit zwang, doch in den verbleibenden Sekunden ließen die Hagener nichts mehr anbrennen. Beim Stand von 93:80 wenige Sekunden vor dem Ende war die Entscheidung über den Titelgewinn und den Aufstieg endgültig gefallen.
Prominente Kulisse und ein großer Erfolg für den guten Zweck
Das sportliche Finale zog auch abseits des Spielfeldrands viel Aufmerksamkeit auf sich und lockte namhafte Persönlichkeiten an die Volme. Unter den Gästen in der zum zehnten Mal ausverkauften Arena befand sich Sven Schultze, der das Team beim letzten Saisonspiel vor Ort unterstützte. Ebenfalls auf der Tribüne saß David N’Guessan, niederländischer Nationalspieler und jüngerer Bruder von Phoenix-Center Lucas N’Guessan. Neben Liga-Chef Christian Krings wohnte auch Hagens Oberbürgermeister Dennis Rehbein der abschließenden feierlichen Ehrung beider Mannschaften bei und gratulierte den Akteuren zu ihren Leistungen.
Die statistische Auswertung des Abends unterstreicht die mannschaftliche Geschlossenheit der Hagener. Das Guard-Duo bestehend aus Marcus Graves mit sechs und Bjarne Kraushaar mit neun Korbvorlagen kam auf beinahe genauso viele Assists wie die gesamte Mannschaft aus Kirchheim, für die insgesamt 19 Vorlagen notiert wurden. Wie eng und umkämpft die Finalserie bis in die Schlussphase blieb, belegen zudem die statistisch erfassten 16 Führungswechsel sowie sechs Unentschieden im Spielverlauf.
Neben dem sportlichen Titel gab es auch für das soziale Engagement des Vereins ein positives Ergebnis. Im Rahmen der laufenden Aktion der Spielzeit wurde die Punkteausbeute der Profis für den guten Zweck ausgewertet. Unter dem Motto-Prozedere wirft die Sparkasse an Volme und Ruhr für jeden erzielten Zähler der Phoenix-Profis einen Euro in einen Spendentopf. Der gesammelte Betrag kommt am Ende der Saison der Kooperationsmannschaft des Phoenix und TSV Unified Hagen zugute. Nach wettbewerbsübergreifend insgesamt 45 absolvierten Partien befinden sich zum Saisonabschluss bereits 4.219 Euro im Spendentopf für das inklusive Sportprojekt.
Das statistische Gesamtbild des Final-Showdowns
Im finalen Tableau für Phoenix Hagen verteilten sich die Punkte auf Marcus Graves mit 16 Zählern inklusive zwei Dreiern, Jeffrey Carroll mit 15 Punkten sowie Devin Schmidt und Tim Uhlemann, die jeweils 14 Punkte beisteuerten und viermal aus der Distanz erfolgreich waren. Lucas N’Guessan erzielte 12 Punkte, gefolgt von Fabian Bleck mit neun Zählern. Bjarne Kraushaar verbuchte neben seinen neun Vorlagen fünf Punkte. Dennis Nawrocki, Ifeanyi Omuvwie und Jordan Rissetto komplettierten die Punkteausbeute, während Finn von Waaden ohne Punkte blieb und Sven Schultze nicht zum Einsatz kam.
Aufseiten der Bozic Estriche Knights Kirchheim überragte Phil Russell als Topscorer der Begegnung mit insgesamt 31 Punkten und vier getroffenen Dreiern. Tylan Pope steuerte 13 Zähler sowie sieben Rebounds bei, während Michael Mayer 12 Punkte markierte. Die weiteren Zähler für die Gäste verteilten sich auf James Morgan mit acht, Demetrius Harris mit fünf und Mirjan Spinoso mit vier Punkten. Nil Failenschmid, Aleksa Zerner und Giuseppe Schwanenberg blieben ohne Punkteerfolg, während die eingewechselten Akteure Jonas Jung und Lukas Bretzel die restlichen Punkte für das Team von den Rittern beisteuerten.
