Phoenix Hagen patzt in Bremerhaven – Wackelt jetzt der BBL-Aufstieg?
Basketball : Phönix Hagen – HARKO Merlins Grailsheim

(c) Michael Scheuermann

Nach einer indiskutablen ersten Halbzeit und 24 Punkten Rückstand kommt das furiose Comeback der Feuervögel zu spät. Das 80:87 an der Nordsee bringt die Halbfinal-Serie ins Wanken.

Große Ernüchterung bei Phoenix Hagen: Die Feuervögel haben den ersten Matchball zur großen BBL-Träume-Party aus der Hand gegeben und das zweite Spiel der ProA-Halbfinalserie bei den Eisbären Bremerhaven am Wochenende mit 80:87 verloren. Nach dem furiosen Auftaktsieg im ersten Duell folgte im hohen Norden ein herber Dämpfer, der die gesamte Serie im Kampf um das sportliche Aufstiegsrecht für die easyCredit BBL wieder völlig offen gestaltet. Aus Sicht der Hagener muss man ohne Umschweife bilanzieren: Es war über weite Strecken das wohl schlechteste und unkonzentrierteste Saisonspiel der gesamten Spielzeit.

Kollektiver Tiefschlaf: 24 Punkte Rückstand an der Küste

Was die mitgereisten Hagener Fans in der ersten Halbzeit zu sehen bekamen, glich einem kollektiven sportlichen Tiefschlaf. Die Mannschaft von der Volme fand defensiv überhaupt keinen Zugriff und leistete sich im Angriffsspiel eine miese, fast schon erschreckende Quote im Abschluss. Einfache Korbleger wurden vergeben, offene Dreier landeten auf dem Ring.

Bremerhaven nutzte die Fehler eiskalt aus, überrollte die Phoenix-Defensive im Minutentakt und erarbeitete sich einen frühen, zweistelligen Vorsprung. In der Spitze lagen die Hagener zwischenzeitlich mit sage und schreibe 24 Punkten im Hintertreffen – ein regelrechter Offenbarungseid für ein Team mit Meister- und Aufstiegsambitionen.

Furiose Aufholjagd kommt zu spät – Nur von Waaden und Razdevsek überzeugen

Erst im Schlussviertel zeigten die Feuervögel das Gesicht, das sie in dieser Saison so stark gemacht hat. Angetrieben von einer spürbaren Trotzreaktion startete Hagen ein furioses Comeback und verkürzte den riesigen Rückstand Punkt um Punkt. Doch die Hypothek aus den ersten beiden Vierteln war schlichtweg zu erdrückend – die Aufholjagd setzte zu spät ein, um das Spiel an der Nordseeküste noch komplett zu drehen.

Ein Grund für die Niederlage war auch die fehlende Tiefe im Kader an diesem Abend. Nur wenige Spieler erreichten ihre Normalform und konnten auf dem Parkett wirklich überzeugen:

  • Bjarne von Waaden: Zeigte gewohnt großen Kampfgeist und setzte in der Offensive wichtige Akzente.

  • Tim Razdevsek: Stemmte sich unter den Körben mit aller Macht gegen die drohende Pleite und stabilisierte phasenweise das Hagener Spiel.

Der Rest des Kaders blieb an diesem Abend jedoch weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Steht der BBL-Aufstieg jetzt auf der Kippe?

Durch das 80:87 steht es in der „Best-of-Five“-Serie nun 1:1-Unentschieden. Die brennende Frage im Hagener Umfeld lautet nun: Wackelt der fest eingeplante Aufstieg in die Basketball-Bundesliga? Fest steht: Bremerhaven hat bewiesen, dass sie Phoenix empfindlich wehtun können, wenn die Einstellung der Feuervögel nicht zu 100 Prozent stimmt.

Am kommenden Mittwoch steht das extrem wichtige Heimspiel in der Krollmann-Arena an. Dort muss das Team die miesen Quoten abhaken, von der ersten Sekunde an hellwach sein und den Heimvorteil nutzen. Die Chance auf die BBL ist nach wie vor riesig – aber die Mannschaft muss jetzt liefern, um das große Saisonziel nicht leichtfertig zu verspielen.