Rot-Weiss Essen schnappt sich den Relegationsplatz in Ulm
Rot Weiss Essen Trainer Uwe Koschinat

(c) Sebastian Sendlak

Was für ein dramatisches Saisonfinale in der 3. Liga für die Revierklubs. Während RWE in einem packenden Krimi siegt, platzt der Traum des MSV Duisburg auf bittere Weise.

Das Team von Trainer Uwe Koschinat landet nach einem hart umkämpften 3:2-Erfolg in Ulm mit insgesamt 70 Punkten auf dem begehrten dritten Rang. Der Aufstiegstraum von Rot-Weiss Essen lebt im Mai 2026 somit weiter. Das Team kletterte am 38. und letzten Spieltag in der 3. Liga durch den knappen Auswärtserfolg beim bereits feststehenden Absteiger SSV Ulm 1846 Fußball noch auf den wichtigen Relegationsplatz. Weil der direkte Aufstiegskonkurrent MSV Duisburg parallel nicht über ein mageres Unentschieden hinausreichte, zogen die Essener in sprichwörtlich letzter Sekunde vorbei. Damit tritt RWE schon bald in der Relegation gegen den Tabellendrittletzten der 2. Bundesliga an.

Rot-Weiss Essen feiert den Relegationsplatz in der 3. Liga

Vor 13.918 Zuschauern im Donaustadion, darunter mindestens 4.100 mitgereiste RWE-Fans, entwickelte sich von Beginn an ein wahrer Nervenkrimi auf dem Rasen. Zunächst belohnte Torben Müsel die Rot-Weissen für eine von Beginn an überlegen geführte Partie mit der frühen Führung in der zweiten Spielminute. Innerhalb weniger Minuten gerieten die Essener jedoch nach Toren von Lucas Röser per Foulelfmeter und Dennis Chessa plötzlich völlig unerwartet ins Hintertreffen. Nach dem zweiten Treffer des Tages von Torben Müsel ging es schließlich mit einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden in die verdiente Pause. Auch im zweiten Durchgang war RWE klar am Drücker, doch Ulms Torhüter Christian Ortag ließ die Partie mit zahlreichen guten Paraden zum echten Geduldsspiel werden.

Auch nachdem beim SSV Lukas Mazagg wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte kassiert hatte, wollte der Ball für einen dritten Treffer zunächst einfach nicht über die Linie gehen. Nach einer dramatischen Standardsituation ließ Ben Hüning in der zweiten Minute der Nachspielzeit die Rot-Weissen aber doch noch kollektiv jubeln. „Obwohl wir wahnsinnig viele Möglichkeiten für weitere Tore hatten, war es am Ende ein Kraftakt“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. Der Trainer wirkte nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert und stolz auf die Moral seiner gesamten Mannschaft. „Wir haben jetzt 70 Punkte auf dem Konto und sind damit auch zurecht in die Relegation“, freute sich Koschinat über den späten Erfolg.

MSV Duisburg verpasst den Aufstieg durch ein Last-Minute-Tor der Essener

Bei den Zebras herrschte dagegen nach dem Schlusspfiff an der Wedau eine lähmende und bleierne Stille auf den Rängen. Der MSV Duisburg landete am Ende nur auf Rang vier dank des extrem späten Last-Minute-Tors der Essener im Parallelspiel. Der große Aufstiegstraum der Duisburger ist damit am letzten Spieltag der Saison endgültig und auf brutalste Weise vorbei. Das Team von Trainer Dietmar Hirsch kam vor über 30.000 Zuschauern im eigenen Stadion nicht über ein enttäuschendes 1:1-Remis gegen den FC Viktoria Köln hinaus. Nach einem torlosen ersten Durchgang schockte Taylan Duman die Duisburger Arena in der 50. Minute mit der überraschenden Kölner Führung.

Joshua Bitter besorgte in der 76. Spielminute zwar noch den Ausgleich, doch der dringend benötigte Siegtreffer wollte für die Zebras einfach nicht mehr fallen. In der achtminütigen Nachspielzeit überschlugen sich dann die Ereignisse auf den Plätzen im Revier komplett. Genau in dem Moment, wo Essen in Ulm das entscheidende 3:2 macht, schießt Rasko auf Seiten der Duisburger den Ball an den Pfosten. „Das sollte heute nicht sein“, fasste Flo Krüger die bittere Enttäuschung in der Mixed Zone zusammen. „Uns fehlte heute einfach ein bisschen das Spielglück“, gab der Stürmer nach dem Schlusspfiff sichtlich geknickt zu Protokoll.

Große Enttäuschung an der Wedau nach dem Herzschlagfinale im Revier

Mit dem bitteren Essener Gegentreffer auf der fernen Anzeigetafel kam ein richtiger Bruch ins Spiel und auch ins Duisburger Stadion. Das war natürlich verständlich, weil alle Beteiligten im Vorfeld verständlicherweise riesige Erwartungen an dieses packende Finale hatten. „Ich glaube man sieht jedem von uns an, wie es uns geht“, sagte der Sportliche Leiter Chris Schmoldt über die Gemütslage. „Es war ja wirklich ein Herzschlagfinale bis zur letzten Sekunde“, fügte er sichtlich bewegt im Interview hinzu. „Es fällt mir gerade extrem schwer, Worte zu finden“, gab der sportliche Verantwortliche der Zebras ehrlich zu. Mit ein bisschen Abstand werden sie in Duisburg aber sehen, dass es eine sehr gute Saison gewesen ist. „Aber leider hat jetzt am Ende das entscheidende Quäntchen gefehlt“, bilanzierte Schmoldt abschließend.