
Signal-Iduna-Park Dortmund-7
(c) Sebastian Sendlak
Die Debatte um die Kosten für polizeiliche Fußballeinsätze erreicht die Vereine im Revier mit voller Wucht. Nach einem aktuellen Grundsatzbeschluss des Präsidiums des Deutschen Fußball-Bundes werden anfallende Gebührenbescheide für Sicherheitsmehraufwände künftig mindestens anteilig an die jeweiligen Heimvereine weitergeleitet.
Der DFB sieht sich aufgrund seiner satzungsgemäßen Vermögensbetreuungspflicht zu diesem Schritt gezwungen, sollten Bundesländer oder Kommunen den Verband bei Risikobegegnungen finanziell in Anspruch nehmen.
Auslöser des Beschlusses ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetz, das die Kostenbeteiligung des Profifußballs bei Hochrisikospielen grundsätzlich für rechtmäßig erklärte, gepaart mit aktuellen Plänen im Saarland, vergleichbare Regelungen einzuführen. Im Ruhrgebiet, der dichtesten Fußballregion Europas mit Clubs wie Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04, dem VfL Bochum, Rot-Weiss Essen oder dem MSV Duisburg, birgt diese Entwicklung immense Sprengkraft. Intensive Derbys und sicherheitsrelevante Duelle gehören hier zum festen Alltag der Ligen und Pokalwettbewerbe.
Obwohl DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte, dass der DFB Gebührenerhebungen nach wie vor als untaugliches Mittel zur Reduzierung von Einsatzstunden ablehnt und den Schulterschluss mit Behörden sucht, stehen die Klubs im Revier nun vor einer veränderten Risikolage. Bislang wehrt sich die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen zwar weitgehend gegen pauschale Polizeigebühren für Vereine, doch mit der bundesweiten Grundsatzentscheidung des DFB steigt der Druck auf die Ruhrgebiets-Vereine, Fanarbeit und Deeskalationskonzepte weiter zu intensivieren, um existenzbedrohende Zusatzkosten abzuwenden.
