Haus Aden: Zentrale Wasserhaltung geht in Betrieb
Haus Aden Hebestandort

(c) Ina Fassbender / RAG

Die RAG nimmt die Zentrale Wasserhaltung Haus Aden schrittweise in Betrieb. In Bergkamen und Lünen wird Grubenwasser gehoben, enteisent und in die Lippe geleitet.

Die RAG Aktiengesellschaft übernimmt mit dem Betriebsstart der Zentralen Wasserhaltung Haus Aden die dauerhafte Verantwortung für die bergbaulichen Ewigkeitsaufgaben im östlichen Ruhrgebiet. Am Standort Haus Aden in Bergkamen wird das anfallende Grubenwasser ab sofort über moderne Brunnenwasserhaltung aus dem stillgelegten Grubengebäude nach über Tage gefördert. Von dort fließt das Wasser in eine neu errichtete Aufbereitungsanlage im Grenzgebiet zu Lünen, um vor der Einleitung in die Lippe chemisch gereinigt zu werden. Das Gesamtkonzept sieht vor, die Wasserhaltung im Revier langfristig auf sechs zentrale Standorte zu bündeln und das Grubenwasserniveau kontrolliert ansteigen zu lassen. Die behördlichen Genehmigungen für den Betrieb sowie den schrittweisen Anstieg liegen nach umfassenden Prüfungen vollständig vor.

Moderne Tauchpumpen und Stufenplan für die Aufbereitung

Am Schacht Haus Aden 2 hängen leistungsstarke Tauchmotorkreiselpumpen in einer Teufe von 650 Metern innerhalb eigens eingebauter Hüllrohre. In der angeschlossenen Aufbereitungsanlage wird das im Wasser gelöste Eisen durch Oxidation ausgefällt und in Sedimentationsbecken zuverlässig abgetrennt, um eine Verockerung der Lippe im Einleitbereich zu verhindern. Zum Start speist die RAG zunächst eine Teilmenge von 8,5 Kubikmetern Grubenwasser pro Minute in das Gewässer ein. Im zweiten Quartal 2027 soll die Fertigstellung der zweiten Aufbereitungslinie das Volumen auf bis zu 17 Kubikmeter pro Minute verdoppeln. Bis zum Jahresende 2027 ist schließlich der Vollausbau auf eine maximale Aufbereitungskapazität von 34 Kubikmetern pro Minute projektiert.

Das Grubenwasserkonzept sieht vor, das Grubenwasser nach Erreichen von -600 m NHN über einen Zeitraum von rund zehn Jahren verlangsamt bis auf das genehmigte Maximalniveau von -380 m NHN ansteigen zu lassen. Durch diesen kontrollierten Anstieg und das begleitende Pumpmanagement verringert sich der Austrag gelöster Stoffe langfristig messbar, wodurch die Lippe spürbar entlastet wird. Gutachten prognostizieren zudem für kritische Stoffe wie PCB lediglich Spurenkonzentrationen, die mit steigendem Wasserstand weiter absinken dürften. Ein engmaschiges Integrales Monitoring überwacht sämtliche Parameter kontinuierlich und stellt die Messwerte der Öffentlichkeit transparent zur Verfügung. Bis Anfang 2029 erneuert die RAG ergänzend die Rohrleitungen bis zur Lippe und verlegt sie in Medienkanälen zehn Meter unter dem Datteln-Hamm-Kanal.