21-jähriger Hamburger wird neuer Haldenwärter auf Hoheward
Haldenwärter Fynn

(c) RVR

Über 1.000 Bewerberinnen und Bewerber wollten den wohl ungewöhnlichsten Arbeitsplatz des Ruhrgebiets ergattern, nun steht der Gewinner fest: Der 21-jährige Hamburger Fynn K. hat am Dienstag offiziell sein Amt als neuer Haldenwärter auf der Halde Hoheward angetreten.

Für eine Woche bezieht er das eigens auf dem 152 Meter hohen Gipfelplateau errichtete Tiny House, um die Metropole Ruhr aus luftiger Höhe im Blick zu behalten. Die Aktion ist das Aushängeschild der aktuellen Standortmarketingkampagne „Das Ruhrgebiet. Hier bleibt alles anders“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Zur feierlichen Amtseinführung übergab RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin dem Hanseaten die Arbeitsausrüstung: die Schlüssel zur mobilen Unterkunft, das Dienstoutfit sowie das symbolträchtige „Buch der Haldenwärter“. Für Fynn K., der das Revier bislang nur aus Erzählungen kennt, beginnt nun ein erlebnisreicher Arbeitsalltag im Zeichen der Industrienatur. Auf seiner Dienstliste stehen unter anderem das Hüten von Robo-Schafen, die tägliche Begutachtung des Sonnenaufgangs und die Beobachtung des Treibens rund um das weithin sichtbare Horizontobservatorium.

Standortmarketing mit unkonventionellem Ansatz

Garrelt Duin erläuterte die strategische Idee hinter dem viralen Projekt: Statt herkömmlicher Fachkräfte-Kampagnen, die bundesweit oft im Grundrauschen untergehen, habe man ganz bewusst ein Berufsbild geschaffen, das es nirgendwo sonst gibt. Das überwältigende Echo von mehr als 1.000 Bewerbungen habe der Kampagne bereits im Vorfeld enorme bundesweite Reichweite beschert.

Das finale Auswahlverfahren entschied sich erst am Dienstag direkt vor Ort auf der Halde Hoheward. Aus dem gesamten Bundesgebiet waren sechs Finalistinnen und Finalisten angereist, um sich persönlichen Gesprächen mit einer Fachjury zu stellen. Neben RVR-Vertretern bewerteten Comedienne Luisa Charlotte Schulz sowie Fachleute der Lead-Agentur und der Filmproduktion Faktoren wie Kameratauglichkeit, Originalität der Bewerbung und die Eignung für ein einwöchiges Outdoor-Format. Während die fünf unterlegenen Finalisten mit einer Aufwandsentschädigung und Präsenten abreisten, ging es für Fynn K. sofort an die Arbeit. Begleitet wird er bei seinen täglichen Aufgaben von Luisa Charlotte Schulz; die Stationen werden auf den Social-Media-Kanälen der Kampagne ausgespielt.

Industriekultur im Wandel: Die Halden als Aushängeschild der Region

Die Aktion ist eng mit der Kernbotschaft der RVR-Kampagne „Das Ruhrgebiet. Hier bleibt alles anders“ verknüpft, die das Revier als modernen, wandlungsfähigen und lebenswerten Raum positioniert. Im Fokus stehen Menschen und Orte, die den tiefgreifenden Strukturwandel greifbar machen – bodenständig, kreativ und mit klarer Haltung.

Die Halden der Metropole Ruhr bilden dafür das stärkste Symbol: Insgesamt 46 dieser künstlichen Erhebungen befinden sich im Eigentum des Regionalverbandes Ruhr. Einst Abraumhalden des Steinkohlenbergbaus, sind sie heute als weithin sichtbare Landmarken mit spektakulären Kunstwerken, Aussichtsplattformen und Landmarken-Architektur wie dem Horizontobservatorium auf Hoheward unverzichtbare Naherholungsräume. Bis zum 21. September 2026 zeigt der Haldenwärter auf Hoheward nun täglich, wie aus einstigen Industriebrachen eine grüne Zukunftslandschaft gewachsen ist.