
Haldenwärter Fynn
(c) RVR
Sieben Tage in luftiger Höhe, ein mobiles Minihaus und der weite Rundumblick über das Revier: Für Fynn aus Hamburg ist die wohl außergewöhnlichste Arbeitswoche seines Lebens vorüber.
Seit dem 15. September bewohnte der 21-Jährige ein Tiny House auf dem Gipfelplateau der Halde Hoheward zwischen Herten und Recklinghausen. In 152 Metern Höhe hütete er symbolisch Robo-Schafe, begleitete Sonnenaufgänge und beobachtete als erster offizieller „Haldenwärter“ das Treiben rund um die imposante Landmarke. Am Dienstagmorgen, 22. September 2026, endete sein Einsatz planmäßig.
Vor seinem Amtsantritt kannte Fynn das Ruhrgebiet nach eigener Aussage vor allem aus überholten Erzählungen vergangener Jahrzehnte. Seine persönliche Bilanz nach einer Woche zwischen Fördertürmen, Grünzügen und Horizontobservatorium fällt entsprechend begeistert aus: Das Revier sei „tausendmal grüner“ als erwartet, und die erlebte Gastfreundschaft habe sein gesamtes Bild der Region nachhaltig geprägt.
Skurriler Besuchermagnet
Die Haldenkuppe entwickelte sich während seiner Dienstzeit rasch zum echten Besuchermagneten. Als skurrilsten und zugleich spannendsten Moment bezeichnete der Hamburger den Tag, an dem rund 190 Gäste zeitgleich zu seiner Unterkunft pilgerten. Die Besucher kamen vor Ort spontan ins Gespräch und schlossen neue Bekanntschaften, was den Wärterdienst zu einem offenen Begegnungsort machte. Begleitet und dokumentiert wurde Fynns Alltag von der Comedienne Luisa Charlotte Schulz. Die daraus entstandenen Videoformate werden ab dem 5. Oktober auf den gängigen Social-Media-Kanälen ausgestrahlt.
Mit dem Ende des Dienstes kehrt Fynn zwar zunächst nach Hamburg zurück, plant jedoch feste Wiederholungsbesuche als Reisender und Freund der Region ein. Das Projekt war Teil der groß angelegten Standortmarketingkampagne „Das Ruhrgebiet. Hier bleibt alles anders“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Die Initiative rückt den Wandel des Reviers hin zu einer lebenswerten, grünen Region in den Fokus. Die 46 im Besitz des RVR befindlichen Bergehalden stehen sinnbildlich für diesen Wandel: Einst künstlich aufgeschüttete Bergbauberge, bilden sie heute als grüne Landmarken mit Kunstwerken und Aussichtsplattformen das Rückgrat der regionalen Industriekultur und Naherholung.
